Zwischentrip

16.07.2013 - von Carsten Zeck -

Eigentlich war ich nach der Tour mit Jan ziemlich geschlaucht. Eigentlich stand bereits drei Tage später die nächste Tour an einem deutschen See, zwecks Gewässervorstellung mit einem Fachmagazin, auf dem Plan. Eigentlich war im Büro noch einiges zu erledigen. Aber eigentlich hatte ich auch tierische Lust, direkt wieder ans Wasser zu fahren. Zwei Tage sollten doch drin‘ sein. Ehrlich gesagt, hatte ich bereits auf der Heimfahrt des vorangegangenen Wochentrips, meine Termine gecheckt. Mittwochs stand ein wichtiges geschäftliches Treffen an. Jetzt war es Montag. Volle vier Stunden Schlaf gönnte ich mir, nachdem mein Freund und Teamangler Jan und ich nach der langen Autofahrt wieder im Saarland angelangt waren. Jan machte sich morgens nach einem Kaffee direkt auf den Weg nach Leipzig. Ich startete wieder durch an den Fluss. Mein Kumpel Flo hatte frei und war froh, vor einem Strandurlaub mit seiner Liebsten noch einmal zwei Tage „männermäßig“ am Wasser zu verbringen. Also, auf ging’s.
Zum Glück waren von der Wochentour noch ein paar Köderfische übrig. Diese Sorge hatten wir schon einmal weniger. Am ersten Tag sollten wir nämlich erst sehr spät einen Platz finden. Der Abschnitt, den ich mir ausgesucht habe, war für uns komplett neu. Wir scheuten uns nicht davor, diesen sogar zu wechseln, indem wir das nagelneuen Allroundmarin Joker 320 KIB Max über mehrere Wehre gezogen haben. So wurde das Material dieses Überbreiten Platzwunders schon mal auf Herz und Nieren getestet.

Irgendwie war ich platt und ich hatte Kohldampf. Flo erging es ähnlich. Wir waren so etwas von froh, als die „Waffen“ scharf waren und wir uns dem mitgebrachten Fleisch widmen konnten. Nach so einem Tag gibt es fast nichts schöneres, als ein ordentliches Putensteak – mmhh, lecker. Jedoch kamen wir nicht in den Genuss, unsere Mahlzeit komplett im warmen Zustand zu uns zu nehmen. Dazwischen kam nämlich ein wahnsinnig schön gezeichneter Waller von 185 Zentimetern Länge. Dieser bedeutete gleichzeitig Personal Best für meinen Freund. Dafür nimmt man doch gerne ein kaltes Steak in Kauf. Leider sollte dieser Walli, den man für diesen Fluss durchaus als kapital bezeichnen kann, der letzte der ersten Nacht bleiben. Am zweiten Tag hieß es dementsprechend: Time to Move.

Was jetzt noch folgte, haben zu diesem Zeitpunkt weder Flo, noch ich für möglich gehalten. Zu aller erst, wollten wir einen tieferen Abschnitt befischen. Mein Gefühl sagte mir jedoch: Flach ist geil! Die Waller suchen in der Zeit kurz vor und nach der Laichphase bewusst sauerstoffreiche Bereiche auf. Solche, zumeist flacheren, pflanzenbewachsenen Gebiete schienen mir jetzt perfekt zu sein. Was unbedingt erwähnt werden muss, ist dass ich niemals direkt in einem Laichgebiet fischen würde, sondern davon immer Abstand nehme. Ich finde, dass man die Wallis während des Liebesspiels nicht stören sollte. Dafür ist dieses Geschäft einfach zu wichtig für die Zukunft der Bestände und auch für unser Hobby. Davor und danch ist jedoch oftmals „Erntezeit“. Ich habe schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass besonders kurz nach der Laichzeit, die Durchschnittsgröße der Fänge nach oben geht. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die größeren Exemplare häufig zeitgleich laichen und danach hungrig sind. Genauso war es auch am zweiten Tag unseres Kurztrips. Es folgte ein wahrer Hagel an Bissen. Neben drei kleineren Exemplaren, gaben sich fünf ansehnliche Fische die Klinke in die Hand und lieferten teilweise spektakuläre Drills. Unser Köderfischvorrat war am Ende fast aufgebraucht und mehr als zehn Bisse innerhalb weniger Stunden sorgten wir dafür, dass wir kaum ein Auge zu machen konnten. Was für eine Session. Was für ein Hammer-Ergebnis. Am Ende hatten wir 8 Fische auf der Habenseite. Ganze drei waren größer als 180 Zentimeter, wovon ein Exemplar sogar an der Zweimetermarke kratzte. An solch ein Resultat an diesem „Bach“ hätte ich bei diesem dazwischen geschobenen Kurztrip niemals gedacht.

PS: Die komplett zerkratzten Pfoten passten zwar nicht so ganz zu meinem feinen Zwirn, aber der Geschäftstermin nach dem Trip verlief reibungslos. Solange ich alles unter einen Hut bringen kann, ist mir das ganz recht. Immerhin werden so die Muster in diesem Sommer auch ordentlich gequält. Viel besser als das bei uns momentan der Fall ist, kann man eine Testphase gar nicht gestalten. Egal ob Wochentrips im Ausland oder Kurzsessions in der Heimat. Wir sind regelmäßig an den verschiedensten Gewässern unterwegs und fangen  gute Fische – so soll das sein. Ich habe es zwar auch an anderen Stellen schon mehrmals erwähnt, aber zur Sicherheit gibt es den Satz von mir hier noch einmal: Wir befinden uns auf einem guten Weg und wenn alles so weiter geht, wird einem Verkaufsstart im Dezember 2013 nichts mehr im Wege stehen!

Ach ja; ich darf zwar momentan noch nicht allzu viel verraten, aber diesen Hinweis gibt es von mir schon einmal: Die Stillwassersession mit dem Magazin verlief ebenfalls sehr erfolgreich. Zurzeit komme ich aus dem Grinsen fast nicht mehr heraus:-)

Ich wünsche euch allen einen ebenso geilen “Big-Fish-Summer“;
Euer Carsten