The Vertical Way

04.01.2014 - von Carsten Zeck -

Mittlerweile ist unsere Zeck Fishing Range bereits in den Angelläden erhältlich. Wie vielen bestimmt aufgefallen ist, beschränken wir uns bei den ersten Artikeln lediglich auf Produkte, die beim Ansitzangeln Verwendung finden. In der nächsten Zeit werden wir unsere Ansitz-Range noch weiter ausbauen. Die nächsten Produkte stehen beispielsweise schon in den Startlöchern (wie zum Beispiel unser Edelstahlrutenhalter).

Da wir ja, als mehr oder weniger einziger Hersteller, nicht hinter verschlossenen Türen entwickeln, wird dem ein- oder anderen im Jahr 2013 sicher aufgefallen sein, dass wir, auch was den Vertikal-Part angeht, ein paar Steine ins Rollen gebracht haben. Alle die vielleicht etwas enttäuscht waren, als sie unseren 2014er Katalog das erste Mal aufgeschlagen haben und unsere Vertikalrange vergeblich suchten, können wir beruhigen. Die ersten Zeck Fishing Vertikal-Produkte werden noch im Frühjahr 2014 im Handel erscheinen. Da wir uns anfangs auf mein persönliches Steckenpferd, das Ansitzangeln, konzentrieren wollten, nutzen wir die Zeit, um mit unseren Vertikalprofis Philippe Carême und Isabelle Groynne noch weiter an den Vertikalsystemen herum zu „feilen“ und die V-Stick noch ein Bisschen mehr zu quälen.

Dead-Bait-Systeme
Nachdem ich anfangs an meinem speziellen Dead-Bait-Systemen festhalten wollte, landeten wir zum Schluss doch bei den altbewährten Systemen von Philippe. Frei nach dem Motto „Never change a winning team“, fertigen wir jetzt 1:1 die Systeme zum Angeln mit toten Köderfischen, die Philippe Carême sich schon seit vielen Jahren in mühevoller Handarbeit selbst gießt und biegt. Die Zeck Fishing Vertikalsysteme werden übrigens ebenfalls durch Handarbeit hergestellt – und das sogar in Deutschland. Wenn es möglich ist, ein Produkt in der Heimat herzustellen und es darüber hinaus auch bezahlbar bleibt, werden wir immer diesen Weg gehen.  Achtet man in unserem Katalog auf das „Made in Germany - Zeichen“, wird man schnell fest stellen, dass bei uns über  50% aller Produkte in Deutschland hergestellt werden. In unseren Augen ist deutsche Wertarbeit in vielen Bereichen nur schwer zu toppen und auch was die Qualitätsbeständigkeit und Lieferfähigkeit anbelangt, gibt es nichts Vergleichbares.

Aber nun noch ein paar Worte zu den Systemen:
Insgesamt wird es sechs unterschiedliche Gewichte von 50 bis 300 Gramm geben. Sowohl das Angeln in Stillgewässern, als auch in stark strömenden Flüssen ist somit gewährleistet. Die Kopfform ist identisch mit der des Zeck Fishing Inline Leads. Durch die gedrungenen „Überraschungsei-Form“ kann der tote Köderfisch am Grund nicht auf die Seite fallen, was die Hängergefahr deutlich minimiert.  Um auch verschieden große Köder einzusetzen, erscheinen diese Systeme mit jeweils zwei Klammergrößen in den Angelläden. Das Vertikalangeln mit toten Köderfischen ist gegenüber dem Benutzen von lebenden Köderfischen, direkt unter dem Boot, oftmals überlegen. Einzig und allein der Angler bestimmt, wie der Köder sich bewegt. Gerade das kann in vielen Situationen entscheidend sein. Ein großer Vorteil besteht auch darin, dass man sich beim Angeln in Deutschland keine Gedanken mehr über lebende Köderfische und damit einhergehend verbotene Handlungen, machen muss (zumindest nicht beim Waller-Vertikalen). Philippe Carême benutzt bereits seit etlichen Jahren fast ausschließlich tote Köderfische – obwohl er zumeist in Ländern angelt, wie zum Beispiel Frankreich, Italien oder Spanien, wo lebende Köderfische sogar noch erlaubt sind. Ich glaube, das sagt alles.

Fireball
Weiterhin gehen wir mit Zeck Fishing natürlich auch auf Angler ein, die im Ausland gerne mal einen lebenden Köderfisch verwenden. Hin und wieder löst ein lebendiger Köderfisch halt doch eher den Schlüsselreiz beim Waller aus und animiert ihn zum Zupacken. Beim Angeln mit lebenden Köderfischen gibt es wohl keine bessere Variante als den Fireball. Wir werden mit Zeck Fishing einen Firbeball herausbringen, der es dem Angler ermöglicht, den Haltehaken auszutauschen. Man hat so die Möglichkeit, einen größeren, stabilen Einzelhaken als Haltehaken zu verwenden. Da viele Waller den Köderfisch lediglich am Kopf packen, konnte Philippe im vorherigen Jahr etliche Großwelse nur durch den Einsatz eines großen Einzelhakens, direkt am Fireball, fangen. Mit unserem System, das wir in wenigen Wochen vorstellen, wird es nun endlich möglich sein, selbst zu entscheiden, ob man den Köderfisch mit einem kleinen Haken am Bleikopf nur „festhalten“ will oder man auch die Option besitzen möchte, einen beißenden Waller mit dem „Haltehaken“ sicher zu haken.

Schur und Vorfachmaterial
Neben den Systemen wird es natürlich auch eine passende Schnur und passendes Vorfachmaterial zum Waller-Vertikalen geben. Da man beim Vertikalen den Köder auch bei viel Strömung und Verzögerung der Drift, möglichst senkrecht bzw. vertikal unter dem Boot führen sollte, kommt man, im Vergleich zum Ansitzangeln, nicht um eine dünnere Schnur herum. Da man eine leichtere Rute verwendet und auch gleich von Beginn des Drills an, eine gute Ausgangsposition, direkt über Fisch hat, kann man eine etwas geringere Tragkraft und Abriebfestigkeit verkraften. Eine qualitativ hochwertige Geflechtschnur mit einem reelen Durchmesser von ca. 0,40mm sollte man dazu ins Auge fassen. Weiterhin ist, alleine schon wegen den Bürstenzähnen des Wallers, ein etwa 1m langes Vorfach angebracht. Auch dieses sollte zu Gunsten eines geringeren Strömungswiderstandes einen geringeren Durchmesser, als Materialien beim Ansitzangeln, besitzen. Ein reeler Durchmesser von 0,90mm peilen wir hierbei an. Sowohl bei der Entwicklung der Schnur, als auch bei dem Vorfachmaterial, stehen wir in engem Kontakt mit unseren Lieferanten und können die fertigen Produkte bald präsentieren.

V-Stick
„Last but not least“ fehlt bei unserer Ankündigung jetzt nur noch unsere Vertikalrute, die V-Stick. Viele Worte muss man über diese Rute wohl nicht verlieren. Vermutlich hat noch keine Waller-Vertikalrute bereits vor ihrem Erscheinen für so viel Aufsehen gesorgt, wie dieses Modell. Nicht ganz unschuldig daran, sind mit Sicherheit Philippe und Isabelle. Die beiden quälten unsere Musterruten bis zum „Geht nicht mehr“ und konnten mit ihnen  in 2013 mehr als 30 Waller über 200 Zentimeter Länge überlisten. Auf Youtube gibt es ja bereits einige Videos, die eindrucksvoll zeigen, was in diesen „Stöckchen“ steckt. Mit 172 Zentimetern Länge und einem Gewicht von  250 Gramm ist die V-Stick für das weitestgehend ermüdungsfreie Führen von Vertikalsystemen bis über 200 Gramm Bleigewicht bestens geeignet. Durch die nicht allzu weiche Spitze lassen sich die Rutenbewegungen sehr gut auf den Köder übertragen. Trotzdem spürt der Waller beim Einsaugen des Köders nicht allzu viel Widerstand. Die anfängliche Spitzenaktion mündet schnell in eine annähernd parabolische Aktion über. Durch das starke Rückgrat hat man trotzdem jederzeit ein sicheres Drillgefühl. Da für mich einzig und allein die Praxis zählt, musste mich Philippe bei einem gemeinsamen Trip zuerst einmal von unseren Prototypen überzeugen. Aber bereits nach wenigen Minuten war klar, wohin der Wind weht. Mein Fazit fiel mehr als positiv aus, weshalb die V-Stick in diesem Frühjahr ebenfalls den Weg in die Angelläden finden wird. Ich hätte auch keine andere Wahl – Philippe würde mich ansonsten wahrscheinlich steinigen:-). Laut seiner Aussage hatte er nämlich noch keine bessere Vertikalrute in der Hand. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg – egal ob beim Ansitzen oder beim Vertikalen.

Demnächst wird es einen ausführlichen Bericht über die Technik des Vertikalangelns geben. Da wir gegenüber Mitbewerbern ein wenig vorsichtig sein sollten, werden wir detailliertere Fotos unserer Produkte erst kurz vor dem Erscheinen veröffentlichen. Bei weiteren Fragen zu unserer Vertikal-Range stehen wir euch aber natürlich auch persönlich zur Verfügung – egal ob per Mail, Facebook oder Telefon. Haut einfach rein in die Tasten oder ruft an.

Viele Grüße
Euer Carsten