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Das Wurm Pop-Up Rig eignet sich besonders gut für stehende Gewässer oder Flüsse mit einer sehr geringen Strömung.
Das Wurm Pop-Up Rig lässt sich super werfen. Es verdrallt nicht und lässt sich zudem aus nur wenigen Komponenten leicht zusammenbauen.

Das Wurm Pop Up Rig ist meine Nummer Eins in Seen und Flüssen mit langsamer Strömung. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Kein Verdrehen des Vorfaches möglich, lässt sich prima werfen, fast keine Fehlbisse, lässt sich mit wenigen Materialien leicht bauen, für Würmer, Leber, Tintenfisch und Blutegel bestens geeignet. Soweit die Theorie. In den nachfolgenden Schritten zeige ich, wie ich dieses einfache und sehr effektive Rig baue.

Hier seht ihr alles, was ihr zum Bau des Rigs benötigt auf einen Blick.

Komponenten

Alle Materialien auf einen Blick:
- Monofiles Vorfach (im Durchmesser 0,98 mm)
- Drilling in der Größe M
- Rig Tube
- Hook Sleeve
- Unterwasserpose mit 15 oder 20 Gramm (Farbe Schwarz oder Weiß)
- Schere
- Kugellager Wirbel (nicht im Bild)
mehr braucht es nicht.
Eine Aufstellung des verwendeten Tackles findet ihr am Ende des Beitrags in der Tackle Checkliste.

Ich beginne den Bau mit einem etwa 50 cm langen Stück monofilen Vorfachs.

Schritt 1

Ich beginne den Bau des Rigs damit, dass ich mir ein ca. 50 cm langes Stück monofiles Vorfach von der Spule abschneide.

Jetzt nehme ich mir meinen Drilling und gehe mit dem Monovorfach einmal durch die Öse des Hakens.

Schritt 2

Als Nächstes nehme ich mir einen Drilling und beginne damit, ihn mit einem „No Knot“ Knoten mit meinem Vorfach zu verbinden. Hierzu gehe ich mit dem Ende des Vorfachs durch die Öse des Drillings und lege das Vorfach am Hakenschenkel an.

Nun wickle ich etwa 8 bis 10 Wicklungen um den Hakenschenkel.

Schritt 3

Jetzt wickele ich einfach das lange, überstehende Ende meines Vorfachs gleichmäßig um das Öhr und dann weiter um den Hakenschenkel nach unten. Insgesamt mache ich etwa 8 bis 10 gleichmäßige, schön enganliegende Wicklungen um den Hakenschenkel.

Danach gehe ich noch ein weiteres Mal dem Vorfachende durch das Hakenöhr.

Schritt 4

Nun gehe ich mit dem überstehenden Schnurende ein weiteres Mal durch das Hakenöhr. Danach befeuchte ich den Knoten mit etwas Spucke und ziehe alles fest zusammen. So entsteht der sogenannte „No Knot“ Knoten. Es handelt sich hier, wie der Name schon sagt, um keinen richtigen Knoten, da er nur gewickelt wird. Unter Druck zieht sich die Verbindung immer fester zu und stellt eine der besten Verbindungen von Vorfach und Haken für alle Vorfachmaterialien dar (eine detaillierte Anleitung zum Bau des No Knot-Knotens findet ihr hier).

Der Hook Sleeve schützt nicht nur den Knoten, er hilft euch auch den Haken im Welsmaul besser zu sehen.

Schritt 5

Um die Knotenwicklungen zu schützen, könnt ihr nun zusätzlich einen Hook Sleeve über den Hakenschenkel ziehen.
Tipp:
Ein weiter Vorteil des Hook Sleeve ist der, dass man so durch die grelle Farbe leichter sieht, wo der Haken im Fischmaul sitzt und dadurch den Wallergriff sicherer ansetzen kann.

Als nächstes kommt eine U-Pose auf das Vorfach.

Schritt 6

Als Nächstes fädele ich nun eine U-Pose auf das Vorfach und schiebe diese bis vorne an den Haken ran. Für die Verwendung in stehenden Gewässern wie Seen, Teichen oder Altarmen, verwende ich 15 Gramm tragende Unterwasserposen, bei Flüssen mit langsamer Strömung und Kanälen gehe ich auf 20 Gramm Tragkraft rauf.

Mit einem kleinen Stück Rig Tube baut ihr euch einen prima Stopper für die U-Pose.

Schritt 7

Nun bauen wir uns einen Stopper für die U-Pose. Hierzu schneide ich mir ein kleines, etwa 0,5 cm kurzes Stück RigTube ab und schiebe dieses hinter die Unterwasserpose auf das Vorfach.

Hierzu geht ihr zweimal mit dem Vorfachende durch den Rig Tube und zieht dieses stramm. Dabei überschlägt sich der Tube und ihr erhaltet einen zuverlässigen Schnurstopper.

Schritt 8

Jetzt gehe ich mit dem Vorfachende ein weiteres Mal durch das kleine Stückchen Rig Tube. Ziehe ich nun an dem Vorfachende, überschlägt sich der Tube und sitzt dann als Stopper fest auf dem Monovorfach. Dennoch kann ich ihn immer noch verschieben, ohne dabei das Vorfach zu beschädigen.

Ich schiebe nun den Stopper bis an die U-Pose heran.

Schritt 9

Den Rig Tube Stopper schiebe ich nun bis an die Unterwasserpose heran.

Nun kommt ein weiteres, etwa 3 cm langes, Stück Rig Tube aufs Vorfach.

Schritt 10

Als nächstes schneide ich mir ein ca. 3 cm langes Stück Rig Tube ab und schiebe dieses ebenfalls auf das Vorfach.

Jetzt kommt noch ein Kugellagerwirbel aufs Vorfach.

Schritt 11

Danach folgt der Kugellager Wirbel.

Nun binde ich den Wirbel in ein sogenanntes Auge ein.

Schritt 12

Im nächsten Schritt binde ich einen Achterschlaufenknoten mit Auge. Hierzu lege ich eine einfache Schlaufe in das Ende des Monovorfachs, in der der Wirbel sitzt und gehe dann ein weiteres Mal mit dem Schnurende durch die Schlaufe. Das Ganze ziehe ich etwas zu, bis das "Auge" schön eng sitzt.

Nun mache ich noch eine Achterschlaufe ins Vorfachende und ziehe alles fest.

Schritt 13

Zum Abschluss mache ich unter das Auge einen einfachen Achterschlaufenknoten und ziehe alles einmal fest
(eine detaillierte Anleitung zum Bau des Achterschlaufenknoten mit Auge findet ihr hier).

Jetzt schiebe ich das Stück Rig Tube über den Schlaufenknoten.

Schritt 14

Jetzt kann ich das Stück Rig Tube als Schutz über den Achterknoten schieben. Das Tube soll vorrangig verhindern, dass sich der Knoten, bei dem doch recht steifen Mono, ungewollt aufschieben kann.

Schaut noch etwas Schnurende heraus, kann ich es nun mit einer Schere eng abschneiden.

Schritt 15

Sollte nun mein Schnurende etwas aus dem Rig Tube herausschauen, kann ich dieses überstehende Ende einfach mit einer scharfen Schere abschneiden.

Hier seht ihr nun das fertige Rig.

Schritt 16

Hier seht ihr nun einmal das fertige Vorfach. Meiner Erfahrung nach solltet ihr versuchen das Rig so kurz wie möglich zu halten. Idealerweise bereitet ihr euch eure Pop Up Vorfächer zuhause vor, da der Bau schon etwas Übung erfordert. Im Durchschnitt sind meine Vorfächer ungefähr zwischen 20 und 30 cm lang.

Um für unsere Montage ein Festbleisystem zu bauen, benötigen wir wieder etwas Rig Tube.

Schritt 17

Um das Pop Up Vorfach nun aber auch richtig einsetzten zu können, ist auch das Bleisystem wichtig. Ich setzte hierbei auf ein Festbleisystem, bei dem sich der Wels selber hakt und welches beim Werfen Verwicklungen nahezu ausschließt. Ich schneide mir also zuerst ein Stück Rig Tube ab, welches in etwa genauso lang ist, wie mein Vorfach - also ungefähr 20 bis 30 cm lang.
Info:
Das Wichtige hierbei ist es, den Tube schräg abzuschneiden.

Nun fädel ich ein etwa 200 bis 300 Gramm schweres Blei auf meine Hauptschnur.

Schritt 18

Ich fische bei dieser Pop Up Montage gerne mit Bleien von 200 bis 300 Gramm. Darunter solltet ihr nicht gehen, um noch einen einigermaßen guten Selbsthakeffekt zu gewährleisten. Ich nehme also nun mein Blei und fädle es auf meine Hauptschnur – in diesem Fall auf meine Schlagschnur, die ich vor meine Hauptschnur geschaltet habe.

Nun kommt der schräg abgeschnittene Tube auf meine Hauptschnur.

Schritt 19

Als nächstes folgt der Rig Tube, welcher nun mit der spitzen Seite voraus auf meine Schlagschnur gefädelt wird.

Um meine Wirbel mit meiner Hauptschnur oder Schlagschnur zu verbinden, verwende ich gerne den Grinner- oder Clinch-Knoten.

Schritt 20

Nun kann ich mit einem Grinner-Knoten meine Schlagschnur mit dem Wirbel meines fertigen Pop Up Rigs verbinden. Natürlich funktionieren hier auch andere Knoten, wie beispielsweise der Clinch-Knoten. Allerdings habe ich vollstes Vertrauen in den Grinner und verwende ihn bereits seit vielen Jahren erfolgreich.

So sollte eure fertige Montage nun inetwa aussehen.

Schritt 21

Im finalen Schritt schiebe ich jetzt den Rig Tube über den Grinner-Knoten und ein Stückchen auf den Wirbel vom Vorfach drauf. Jetzt schiebe ich das Blei über den Rig Tube. Der Wirbel vom Blei passt perfekt, sodass das Ganze mit etwas Druck auf den Tube stramm hält.

Bei einem Biss rutscht das Blei mit dem Rig Tube vom Wirbel ab und läuft frei auf der Hauptschnur.

Beim Biss

Bei einem Biss kann so das Blei vom Fisch abgeschüttelt werden. Es läuft dann wieder frei auf der Schlagschnur und der Wels kann das Gewicht so nicht mehr dazu verwenden, sich durch die Pendelbewegungen im Drill den Haken aus dem Maul zu hebeln.

Ich fische dieses Rig fast ausschließlich mit Tauwürmeren als Köder.

Köderwahl

Ich fische dieses Pop Up Rig zu 99 % mit Tauwürmern. Damit es für den Wels auch ein interessanter Happen wird, ziehe ich pro Drillingshaken ca. 4 große Tauwürmer auf. Das sind dann in Summe etwa 12 bis 14 Würmer pro Montage.

Um zu verhindern, dass die Würmer ungewollt wieder vom Haken rutschen können, schiebe ich noch ein kleines Stückchen halbierten Rig Tube über die Hakenspitzen.

Um zu verhindern, dass mir mitfressende Weißfische, Barsche und Grundeln nicht das Leben schwerer machen als es schon ist und mir ununterbrochen die Würmer klauen, ziehe ich über jede der drei Hakenspitzen ein kleines Stück halbierten RigTube zum Absichern drüber. Dies verhindert zwar nicht komplett das Abzupfen und durchkauen der Kleinfische, aber es hilft auf jeden Fall die Würmer etwas länger am Haken zu behalten.

Das Wurm Pop-Up Rig ist mittlerweile eines meiner ansoluten Lieblingsrigs, wenn ich im Stillgewässer fische.

Das Pop Up Wurm-Rig lässt sich prima werfen und ungewollte Verwicklungen sind nahezu ausgeschlossen. Ich schwöre auf dieses Rig, da es mir in der Vergangenheit schon viele gute Fische eingebracht hat. Ich hoffe, ich konnte euch dieses tolle und vor allem recht effektive Rig etwas näherbringen und wünsche euch gutes Gelingen beim Nachbauen und viel Erfolg beim Einsetzen.

Euer Benjamin Gründer

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