Kategorien
Mit kleinen Wobblern und einer ausgeklügelten Taktik, habt ihr gute Chancen diese schönen Forellen zu fangen
Ich konnte bereits in Skandinavien, Neuseeland und Mitteleuropa schöne Bachforellen fangen.

Die Angelei auf Bachforellen stellt für mich einen ganz besonderen Reiz dar. Obwohl sie in vielen Ländern dieser Welt heimisch sind, stellen mich die getupften Torpedos immer wieder vor neue Herausforderungen. Ich habe sie unter anderem schon in Neuseeland, Skandinavien und Mitteleuropa befischt. Genauso vielfältig wie der Lebensraum der Forelle ist auch die Art sie zu beangeln. Mit kleinen Wobblern und einer ausgeklügelten Taktik habt ihr an den heimischen Flüssen und Bächen gute Chancen diese schönen Fische zu fangen.

In diesem Beitrag geht es um die Forellen der heimischen Flüsse und Bäche.

Das Gewässer

Vor der Taktikwahl sollte die Entscheidung über das Gewässer und die vorherrschenden Angelmöglichkeiten getroffen werden. Alle Forellenarten mögen klares, kühles und sauerstoffreiches Wasser. Ich suche also verstärkt nach kleineren Flüssen oder Bächen, die den Bachforellen einen annähernd perfekten Lebensraum bieten.

Ein schöner Wald- & Wiesenbach gefällt den Forellen sehr.

Der Bach

Bachforellen sind fantastische Sichtjäger, die viel Sauerstoff benötigen, um ihren Organismus aufrechterhalten zu können. Saure, moorige Gewässer mit geringem pH-Wert mögen sie gar nicht. Ein schöner Wald- und Wiesenbach ist hingegen ein top Revier für die Forellen. Im kalten, klaren Wasser fühlen sich die Fische so richtig wohl. Darüber hinaus ist es für euch Angler natürlich auch ein großer Vorteil, wenn ihr eure Target Forelle bereits vorab erspähen könnt.

Forellen im Fluss sind standorttreu. Habt ihr eine Bachforelle verscheucht bekommt ihr häufig nochmal eine zweite Chance.

Zweite Chance

Ihr solltet immer die hervorragenden Augen der Forellen bei eurem Vorgehen mitberücksichtigen. In fließenden Gewässern lauert die Forelle immer mit dem Kopf in Richtung Strömung. Hat sie euch einmal gesehen, wird sie nicht mehr beißen. Aber selbst dann solltet ihr euch unbedingt den Platz für den nächsten Angelausflug merken und ihn dann noch einmal vorsichtiger angehen. Forellen im Fluss sind sehr standorttreu. Habt ihr eine Bachforelle versehentlich verscheucht oder gar einen Fehlbiss kassiert, bekommt ihr häufig ein paar Tage später an derselben Stelle eine zweite Chance.

Leichtes Gepäck für unwegsames Gelände: Eine Rute und eine kleine Umhängetasche - mehr brauche ich bei meinen Touren nicht.

Leichtes Gepäck

Am Fluss müsst ihr beim Angeln Strecke machen. Die Forellen stehen in den seltensten Fällen dicht an dicht. Es kommt daher häufig vor, dass ich bei einer Angelsession mehrere Kilometer durch richtig unwegsames Gelände oder watend durch das Wasser zurücklege. Hierfür muss natürlich mein Gepäck auf ein Minimum reduziert sein. Eine Rute und eine kleine Umhängetasche oder ein leichter Rucksack - mehr brauche ich beim Forellenangeln nicht.
Eine Tackle Checkliste zu dem von mir verwendeten Equipment findet ihr am Ende des Beitrags.

Die kleinen, schwimmenden Dannys sind eine Macht am Bach.

Meine Köder

Klassische Kunstköder für Bachforellen sind kleine Wobbler. Ich verwende hier gerne unsere Dannys. Sie sind als hochfrequente Crankbaits vielseitig einsetzbar. In der Regel angle ich mit der flach laufenden Version, die beim Einholen max. 50 bis 60 cm tief geht. Oftmals benutze ich aber auch den Tiefläufer, um ausgespülte Gumpen nach Fischen abzuklopfen. Die kleinen, schwimmenden Wobbler sind top und gehören für mich in jede Forellenbox. Welche Vorteile sie beispielsweise gegenüber dem Blinker oder anderen sinkenden Ködern haben, erfahrt ihr gleich.

Natürliche Farbdekore sind in den meisten Situationen meine erste Wahl.

Futter und Farbe

Die natürliche Nahrung der Forellen besteht in der Regel aus kleinen Fischen wie beispielsweise Elritzen, Grundlinge, Barsche, kleine Weißfische oder sogar aus dem eigenen Forellen Nachwuchs. Natürliche Farbdekore sind daher beim Forellenangeln in den meisten Situationen meine bevorzugte Wahl. Gerade auch wegen des häufig klaren Wassers machen unaufdringlichere Farben durchausSinn. Sollte der Fluss aber mal etwas angetrübt sein, kann eine Schockfarbe an der Schnur auch ganz gut funktionieren und den einen oder anderen Fisch bringen.

Mir ist ein abgestimmtes Setup von Rute, Rolle und Köder wichtig.

Das Setup

Mein Setup ist simpel. Ich verwende eine leichte Spinnrute, die auf das Gewicht meiner Wobbler abgestimmt ist. Da ich an kleinen, zugewachsenen Gewässern angle, an denen keine großen Wurfentfernungen notwendig sind, reichen mir Ruten in Längen bis 2,25 m. Bestückt werden diese mit einer Rolle in der 2.500er Größenordnung, welche mit einer 0,10 bis 0,148 mm Geflochtenen bespult ist. Aufgrund der vielen Hindernisse und des klaren Wassers verwende ich zusätzlich ein Fluorocarbon Vorfach im Durchmesser von 0,20 bis 0,28 mm, gerne auch mal ein paar Meter lang.

Schwimmende Wobbler haben einen riesengroßen Vorteil gegenüber anderen Kunstködern: Sie schwimmen ;-)

Treiben lassen

Gerade an kleinen Fließgewässern mit dichter Ufervegetation haben die schwimmenden Dannys einen unschlagbaren Vorteil gegenüber Blinker und Co. Man kann sie bequem an der lockeren Schnur an der Wasseroberfläche stromab treiben lassen. Hierdurch läuft man weniger Gefahr, in Bäume oder Büsche zu werfen und dabei die Köder zu verlieren oder die Fische zu verscheuchen.

Ihr könnt euren Wobbler einfach mit der Strömung abtreiben lassen, bis ihr den vermeintlichen Hotspot erreicht habt.

Überhängende Äste

Tipp: Wie hier im klaren Wasser gut zu erkennen ist, machen überhängende Äste ein Auswerfen unmöglich. Nun werft ihr den schwimmenden Wobbler in die Strömung, lasst ihn einfach bis zur gewünschten Stelle, an der ihr die Fische vermuten, stromab treiben. Die Bachforellen sehen euch aus dieser Entfernung nicht und ihr erreicht so die besten Hot Spots! Oft fällt den Fischen zu spät auf, dass die Montagen einen Haken haben.

Gegen die Strömung wird der Wobbler sehr langsam eingekurbelt.

Rolle zu und los

Kaum wird der Rollenbügel umgeklappt, fängt der Wobbler schon an gegen die Strömung zu laufen. Jetzt nur noch langsam einkurbeln und ihr könnt die besten Plätze unter den überhängenden Ästen abangeln und hoffentlich so den einen oder anderen großen Fisch fangen.

Diese schöne Forelle hätten wir mit einem sinkenden Köder vermutlich nicht gefangen.

Bonusfisch

Diese schöne Bachforelle stürzte sich unter einem überhängenden Busch auf den Danny. Mit einem sinkenden oder geworfenen Köder hätte ich diesen Platz nicht erreichen können. Aber dank des kleinen Tricks mit der schwimmenden Wobbler Montage konnte ich diesen tollen Fisch sicher haken.

Die Forellen stehen immer mit dem Kopf in der Strömung. Am besten geht ihr die Spots von unten her an.

Gegen die Strömung

Am besten nähert ihr euch, wenn möglich, von unten gegen die Strömung den Forellen an. Da die Fische, wie anfänglich beschrieben, immer mit dem Kopf in der Strömung stehen, nehmen sie euch so viel später wahr, als wenn ihr direkt von vorne in ihrem Sichtfeld auftaucht. Gerade im Winter ist das Wasser durch das Absinken der Schwebeteilchen noch viel klarer als im Frühjahr. Dann solltet ihr euch beim Forellenangeln ganz besonders vorsichtig an die Ufer heranpirschen.

Hier seht ihr einen tiefen, ruhigen Pool inmitten eines flachen, schnellfließenden Flusses. Hier könnte ein guter Fisch stehen!

Der tiefe Pool

Hier sieht man gut einen ruhigen und tieferen Pool in der Mitte des kleinen, flachen Flusses. Dort könnte eine Bachforelle stehen, die ich jetzt schön außerhalb ihres Sichtfeldes flussauf anwerfen kann.
Info:
Wenn euer Köder mit der Strömung läuft, müsst ihr deutlich schneller kurbeln, als wenn ihr eure Montage gegen die Strömung fischt.

Unter diesem Treibgut könnte ebenfalls eine Forelle lauern. Ist euer erster Wurf nicht präzise, kann es sein, dass ihr den Fisch schon vergrämt habt.

Der erste Wurf

In den meisten Fällen sind die potentiellen Bachforellen-Spots nur sehr klein. Somit ist der erste Wurf immer der Wichtigste! Dieser Versuch sollte also möglichst präzise sein, um die Forelle nicht misstrauisch zu machen. Nur in den seltensten Fällen bekommt ihr beim Forellenangeln die Möglichkeit eines zweiten oder gar dritten Wurfs.

Wenn es die Situation zulässt, machen Würfe quer zur Fließrichtung durchaus Sinn, da hierbei die Einholgeschwindigkeit durch den Strömungsdruck weder erhöht noch verlangsamt wird.

Quer zur Strömung

Grundsätzlich läuft die Wobbler Montage mit der Strömung recht schnell und gegen die Strömung extrem langsam. Daher ist es ratsam, ab und an, wenn der Spot es zulässt, auch mal quer zur Strömung zu werfen. So habt ihr die Möglichkeit, den Danny in einer neutralen Geschwindigkeit einzuholen. Dies ist allerdings situationsabhängig, da das Stromauffischen und das Abtreibenlassen des Köders ebenfalls erfolgversprechende Taktiken sind.

Wenn die Forellen in den ruhigen Abendstunden an die Oberfläche kommen, um Insekten zu jagen, schlägt die Stunde des flach laufenden Dannys.

Die Abendstunden

Gerade in den Abendstunden kommen die Forellen gerne an die Oberfläche. Die erhöhte Insektenaktivität bringt reichlich Nahrung mit sich. Flachlaufende Wobbler sind dann beim Forellenangeln eine Bank.

Die Ein- und Ausläufe von Seen und Teichen sind immer gute Plätze. Hier wird viel Nahrung angespült, was wiederum auch die Forellen anlockt.

Die besten Plätze

Ein- und Ausläufe von Seen zählen mitunter zu den besten Plätzen. Hier wird immer wieder Nahrung angespült. Das wissen die Forellen natürlich auch und halten sich dort vermehrt auf. Hier könnt ihr wieder die Taktik des an der Oberfläche treibenden Wobblers einsetzten, um beispielsweise eine höhere Wurfentfernung zu erlangen.

Diese tolle Forelle biss genau am Übergang vom Fluss zum See.

Schöner Fisch

Der Plan ging auf. Diese schöne Bachforelle stand direkt am Übergang vom Fluss zum See. Ich hatte vorab meinen Wobbler mit der leichten Strömung etwa 40 m weit in den See treiben lassen bevor ich sie im klaren Wasser haken konnte.

Auch ohne den Bauchdrilling läuft der Danny super! Zum Schutz der kleineren Fische macht dies Sinn.

Ohne Bauchdrilling

Tipp: Wenn ihr kleinere Fische schonen oder generell eure Bachforellen releasen möchtet, könnt ihr den vorderen Bauchdrilling eures Wobblers einfach entfernen. Der Danny läuft dann immer noch wie gewohnt super. Da die Forellen im Fluss den Wobbler eh fast ausschließlich von hinten attackieren, muss man sich auch keine Gedanken über vermehrte Fehlbisse machen. Glaubt mir, eure Finger werden es euch ebenfalls danken!

Wer das Gewässer lesen kann und zudem noch etwas aufmerksamer beobachtet, der wird in jedem Fall belohnt werden.

Gewässer lesen und beobachten

Ein schönes Revier zum Forellenangeln. Wer von euch das Gewässer lesen kann und aufmerksam beobachtet, wird am Ende des Tages Erfolg haben. Es ist immer von Vorteil, sich vorab eine Taktik zu überlegen, wie man die jeweiligen Plätze angeht. So verscheucht ihr nicht direkt alle Forellen am ersten Spot.

Ich wünsche euch viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Pirsch nach den Bachforellen

Euer Christian Leyk

Bewerte diesen Beitrag
    Wichtigste Produkte des Beitrags
  • Swift 213 | 18
    Swift 213 | 18
    179,95 €
    • Länge: 213cm
    • Ideales Ködergewicht: 5 - 18g
    • Transportlänge: 189cm
    • Toleranzgrenze Ködergewicht: 25g
    Zum Produkt
  • Danny 4,5 cm | 0,5 m F
    Danny 4,5 cm | 0,5 m F
    12,95 €
    • In 9 Farben erhältlich
    • Köderlänge: 4,5cm
    • Lauftiefe: 0,5m
    • Schwimmend
    Zum Produkt
  • Momoi Neo FC 0,28 mm | 25 m
    Momoi Neo FC 0,28 mm | 25 m
    8,95 €
    • Sehr hartes Fluorocarbon
    • Unter Wasser fast unsichtbar
    • Unempfindlich gegenüber UV-Licht
    • Schnell sinkend
    Zum Produkt