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Nachts mit Wobblern auf Zander ist ein ganz besonderes Erlebnis!
Zander lassen sich nachts gut auf Wobbler fangen.

Die Sonne verschwindet langsam hinter dem Horizont, die Dunkelheit bricht herein und bald ist es Nacht. Gut so, denn heute geht es mit Wobbler gezielt auf Zander.
Aber:

- Welche Zander Wobbler bringen den Erfolg?
- Was muss ich nachts bei der Köderführung beachten?
- Welche Ufer Spots sind überhaupt einen Versuch wert?

Diese und noch weiterer Fragen rund um das Thema Zanderangeln mit Wobbler beantworte ich euch nun im Detail.

Ich bin stark in die Produktentwicklung integriert und benutze häufig vorfinale Produktmuster.

Randinfo: Wundert euch bitte nicht über die etwas andere Optik einiger der hier gezeigten Murdock Wobbler - durch meine Arbeit in der Produktentwicklung benutzte ich häufig vorfinale Ködermuster. Zum Beispiel werden das Schuppenkleid und die Augen immer erst am Ende beider Serienform berücksichtigt, nachdem die Muster Köder bereits viele Meter im Wasser gemacht haben und von vielen Räubern beäugt wurden.

In der Dämmerung werden die Zander aktiv und kommen zum Jagen teilweise extrem nah ans Ufer und ins flache Wasser.

Warum nachts?

Zander lassen sich natürlich auch tagsüber fangen. An manchen Gewässern ist es in der Nacht aber wesentlich einfacher! Wieso ist das so? Viele Gewässer sind in den letzten Jahren durch diverse menschliche Einflüsse stark aufgeklart und da der Zander sehr empfindlich auf Sonnenlicht und die Einstrahlung ins Wasser reagiert, weiche ich an solchen Gewässern gerne auf die Nacht aus. Generell kann man aber auch sagen, dass die Räuber in der Dunkelheit gerne ins Flache kommen, um dort in nur knietiefem Wasser zu jagen.

Chris verschafft sich gerne noch im Hellen einen Überblick über die Angelstelle bevor es dunkel wird und er dann weder die Uferbeschaffenheit, noch die potentiellen Standplätze der Zander im Wasser erkennen kann.

Überblick am Wasser verschaffen!

In den meisten Fällen bin ich schon am späten Nachmittag am Wasser, um mir einen Überblick zu verschaffen. Wenn ihr nachts in der Dunkelheit Zander fangen wollt, müsst ihr euch auch entsprechend darauf vorbereiten. Tagsüber sehen wir einige Dinge, wie beispielsweise unsere Köderführung, nun mal viel besser. Extrem wichtige Faktoren sind aber auch das Weißfischvorkommen, andere potentielle Beutefische wie Grundeln sowie eventuelle Strukturwechsel im Wasser.

Markante Spots, an denen sich die Strömung bricht, sind immer einen Versuch wert. Hier bietet es sich an, erst einmal ein paar Würfe parallel zum Ufer zu machen.

Welche Spots?

Klassische Spots, die ich tagsüber zum Zanderangeln ansteuern würde, sind beispielsweise Strömungskanten, Dreher oder ausgespülte Buhnenköpfe. Das sind alles Standplätze der Fische, die den Räubern Deckung zum Jagen und Schutz vor Fressfeinden bieten. Aber welche Spots sind in der Nacht extrem interessant?

In der Dämmerung ziehen die Zander ans Ufer, um in flachen Buhnenfeldern und an Steinpackungen zu jagen.

Sobald die Zander in der Dämmerung anfangen aktiv zu jagen, machen sie das oft im flachen Wasser. Meist jagen sie sogar direkt vor der Steinpackung oder in flachen Buhnenfeldern, generell jedoch dicht am Ufer. Hier lohnt es sich, die Zander zunächst parallel zum Ufer zu suchen und unsere Köder recht nah der Oberfläche zu führen, um nicht in der Steinpackung hängenzubleiben.

Findet man tagsüber in beruhigten Bereichen kleine Fische, ist das ein guter Indikator für raubende Zander in der Nacht.

Findet die Futterfische!

In strömungsberuhigten Bereichen (hier ein Fähranleger) sammeln sich tagsüber oft kleine Fische. Das wissen auch die Zander und genau deshalb könnt ihr beim Zanderangeln in der Nacht an solchen Spots immer ein paar Würfe machen. Wundert euch nicht, denn häufig kommen die Bisse knallhart direkt am Ufer an der Wasseroberfläche.

Unser Zander Wobbler sollte an der Unterkante direkt vor der Steinpackung geführt werden.

Wo sollt ihr angeln?

Gewaltwürfe sind in der Nacht nicht nötig. Häufig reicht schon ein Unterhandwurf parallel zum Ufer. Wichtig ist es, den Köder direkt vor der Steinpackung zu führen, denn dort sind die Zander meist extrem flach auf Beutezug.

Jetzt beginnt die heiße Phase und der Angler muss bei der Köderführung stets konzentriert sein.

Konzentration beim Angeln ist wichtig!

Nun ist es dunkel, ich kann kaum noch die Hand vor Augen sehen. Jetzt verlassen die Zander mit dem Einbruch der Dunkelheit ihre Standplätze, um im flachen Wasser zu jagen. Ich erwähne es immer wieder, denn dies ist einer der häufigsten Fehler, die ihr beim Zanderangeln in der Nacht machen könnt. Viele Angler fischen ihre Köder nachts einfach zu tief. Tagsüber stehen die Zander gerne in tieferen, geschützten Bereichen, aber sobald die Dämmerung einbricht, sind die Räuber deutlich näher am Ufer zu finden.

Der Murdock hat wieder zugeschlagen und beschert Chris einen schönen Wobbler Zander.

Welche Kopflampe?

Tipp: Ganz ohne Licht geht es nicht! Eine Kopflampe gehört beim nächtlichen Zanderangeln zum Standardrepertoire. Ich persönlich achte darauf, dass die Kopflampe eine zusätzliche Rotlichtfunktion hat, da diese wesentlich unauffälliger ist.

Mit wenig Gepäck seid ihr nachts in der Dunkelheit leichter, schneller und sicherer auf der Steinpackung unterwegs!

Leichter ist safer!

Bei einer nächtlichen Spinnsession solltet ihr neben ordentlichem Schuhwerk eher minimalistisch zu Werke gehen. Eine kleine Tasche wie die Slingbag reicht völlig aus, denn wir wollen möglichst geräuschlos über die Steinpackung laufen. Das funktioniert natürlich nur mit leichtem Gepäck, was uns generell die nötige Bewegungsfreiheit ermöglicht.

Ich nutze zum Zander wobbeln gerne eine 2,70 m lange Rute mit 50 g Wurfgewicht und einer etwas weicheren Aktion.

Tackle Check

Mit eurer normalen Jigrute, die ihr sonst auch auf Zander verwendet, könnt ihr auch nachts problemlos auf Zander wobbeln. Besser eignen sich aber etwas weichere Rutenmodelle. Ein weicherer Blank federt die Bisse, die teilweise an der Oberfläche direkt unter der Rutenspitze kommen, einfach besser ab. In der Regel kommen Modelle mit einer Länge von 2,40 bis 2,70 m mit einem maximalen Wurfgewicht von 50 g zum Einsatz. Am Ende dieses Artikels findet ihr eine ausführliche Tackle Checkliste des von mir verwendeten Tackles.

Ich verbinde mein etwa 1,5 - 2,0 m langes, abriebfestes Fluorocarbon Vorfach mit meiner Hauptschnur gerne mit einem Albright-Knoten.

Welches Vorfach?

Es ist beim Zanderangeln in der Nacht wichtig, dass ihr ein Fluorocarbonvorfach vorschaltet. Da eure Köder oft mit Steinen in Kontakt kommen werden, benötigt ihr unbedingt ein abriebfestes Vorfach, um Wobbler- oder Fischverlusten vorzubeugen. Ein circa 1 bis 1,5 m langes Vorfach in einer Stärke von 0,33 bis 0,40 mm sollte hier ausreichen.
Ich verbinde meine geflochtene Hauptschnur und mein Fluorocarbonvorfach gerne mit dem Albright Knoten.

Der Wobbler wird in Zeitlupe eingeholt. Schnelles Twitchen oder Jiggen ist jetzt kontraproduktiv.

Köderführung

Nachts solltet ihr eure Wobbler extrem langsam führen - und mit langsam meine ich wirklich Zeitlupentempo. Ein ständiger Tempowechsel oder schnelles Twitchen sind jetzt kontraproduktiv, da der Zander den Köder nicht mehr gezielt und sicher attackieren kann. Einfache Spinnstopps hingegen können manchmal wahre Wunder bewirken.

Besonders gut funktionieren lange, schlanke Wobbler - Zander können diese auch in völliger Dunkelheit noch sehr gut wahrnehmen.

Welcher Köder?

Die verwendeten Wobbler sollten bereits bei geringstem Zug einen dezenten Lauf aufweisen. Floater mit einer maximalen Lauftiefe von etwa einem Meter sind für mich bei dieser Angelei die erste Wahl. Meistens kommen beim Zanderangeln Köder zwischen 10 und 15 cm Länge zum Einsatz. Ich verwende hier gerne unsere Murdock Wobbler in 12,5 cm.

Zusätzlich zur Farbe der Köder achte ich noch auf weitere Faktoren, wie z.B. die Mondphase oder die Gewässertrübung.

Wichtige Faktoren!

Die richtige Farbe der Köder bei Nacht ist sehr wichtig! Hier gehen die Meinungen allerdings stark auseinander. Ich persönlich setze stark auf Kontrast, denn Kontraste sind das Einzige, was in totaler Dunkelheit vom Zander wahrgenommen wird. Für mich zählen aber viele andere Faktoren wie das Restlicht, die Mondphase und sogar die Gewässertrübung ebenfalls dazu. All diese Aspekte versuche ich in die Farbwahl meines Köders einzubeziehen und zu berücksichtigen.

UV-aktive Wobbler werden von den Zandern lediglich während der Dämmerung wahrgenommen.

Köderfarbe?

Bei klarem Wasser setze ich auf dunkle Kontrastfarben wie Schwarz, Violett oder Blau. Bei trübem Wasser hingegen sind hellere Farben wie beispielsweise Weiß, Hellgrün oder Gelb meine erste Wahl. Es ist zudem auch kein Nachteil, wenn eure Wobbler UV-aktive Farben haben. Generell reagieren die Zander aber nur bei vorhandenem Restlicht in der Dämmerung auf Köder mit UV-aktiven Farbakzenten. In finsterer Nacht gibt es kein UV-Licht, also setze ich hier wie bereits erwähnt verstärkt auf farbliche Kontraste.

Der Zander Wobbler in der Farbe Gecko hat wieder zugeschlagen.

Ein richtiger Allrounder, der bei mir sehr häufig zum Einsatz kommt, ist unser Murdock in der Farbe „Gecko“ - schwarzer Rücken, gelbe Seite, weißer Bauch - der deckt beim Zanderangeln in der Nacht einfach alles ab und ist zudem noch komplett anspruchslos in der Köderführung!

Viel Erfolg beim Ausprobieren

Euer Chris Enders

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