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Drop-Shot Angeln auf Barsch und Zander
Das Drop Shot Rig ist aktuell eines der beliebtesten Finesse Rigs.

Das Drop Shot Rig ist inzwischen wohl eines der beliebtesten Finesse Rigs im Raubfisch Sektor. Aber warum erfreut sich das Drop Shot Rig einer so großen Anzahl von Anhängern und was ist das Drop Shot Rig überhaupt? Welche Haken, Köder und Gewichte braucht ihr dafür und wie wird es erfolgreich gefischt? Auf all diese Fragen werde ich in diesem Beitrag eingehen.

Das Drop Shot Rig ist sehr flexibel einsetzbar und bringt an fast jedem Gewässertyp Erfolg.

Immer und überall einsetzbar

Nicht umsonst verwenden mehr und mehr Angler dieses immer gleich aufgebauten Rig System. So bietet die Drop Shot Montage doch sehr viele Vorteile und ist flexibel einsetzbar. Die Vorteile sind zu jeder Jahreszeit nutzbar und mit ein paar individuellen Anpassungen auch in fast jedem beliebigen Gewässertyp, von Fluss bis Stausee, erfolgreich. Zudem kann man sowohl vom Boot, als auch vom Ufer aus prima Dropshotten.

Seine Stärke spielt die Drop Shot Montage dann aus, wenn die Fische eher inaktiv am Gewässergrund stehen.

Stärke ausspielen

Seine Stärke spielt das Drop Shot Rig erst dann richtig aus, wenn die zu beangelnden Fische, in den meisten Fällen Barsche oder Zander, eher lethargisch oder besonders „zickig“ sind. Jeder von euch hat das bestimmt schon einmal erlebt, man weiß die Barsche oder Zander sind da, sie wollen aber einfach nicht an den Gummifisch gehen. Ein Grund dafür kann z.B. die nur sehr kurze Sichtbarkeit des Köders im Blickbereich des trägen Fisches sein. Ein zu schnell geführter Jig verschwindet eben auch flugs wieder aus dem Sichtfeld eines Räubers.

Das Drop Shot Rig lässt sich mitunter mehrere Sekunden oder Minuten lang auf einem Spot fischen.

Was macht das Drop Shot Rig also so besonders?

Ganz einfach, man kann es Sekunden, Minuten, ja theoretisch sogar Stunden lang auf ein und demselben Punkt fischen. Man muss beim Dropshotten die Montage aber jetzt nicht einfach so langweilig runterhängen lassen, nein, mit leichtem Zupfen und vorsichtigem Zittern haucht man dem Gummiköder über die Rute Leben ein und reizt den Zielfisch im besten Fall so lange, bis er zuschnappt.

Die Drop Shot Montage lässt sich prima auf Maulhöhe der Fische anbieten.

Auf Maulhöhe

Ein weiterer Vorteil der Drop Shot Montage ist, dass man seinen Gummifisch auf einer konstanten Höhe, sozusagen auf Maulhöhe der Fische, anbieten kann. Dies wird durch die vorab eingestellte, individuelle Entfernung zwischen Köder und Gewicht bewirkt. Sind die Fische beispielsweise besonders aktiv, stelle ich die Köder-Höhe auf 50 cm oder höher ein. Kleben die Fische eher lethargisch am Gewässergrund, angle ich auch gern mal ein Stück tiefer, beispielsweise unter 20 cm.

Der Köder lässt sich animieren ohne das Blei zu bewegen.

Köder vom Blei getrennt

Und noch ein Vorteil der Finesse Montage gegenüber herkömmlichen Jigs: Das Drop Shot Blei und der Gummifisch sind nicht ein Stück! Sie agieren getrennt voneinander. Somit lässt sich der Köder auch ohne das Blei zu bewegen deutlich besser animieren, als ein herkömmlicher Gummifisch mit Bleikopf-Jig. Dies wirkt sich zudem noch positiv auf das Ansaugen des Räubers beim Biss aus. Er hat es hier deutlich leichter den Gummifisch zu inhalieren.

Mit dem Drop Shot Rig erreicht ihr auch bei Wind noch recht gute Wurfentfernungen.

Trotz Wind - top Wurfweite

Mit dem Drop Shot Rig sind trotz relativ kleiner Köder, ziemlich hohe Wurfweiten möglich, ohne die negativen Begleiterscheinungen von großen, schweren Jigköpfen. Auch das Angeln bei starkem Wind ist nicht so problematisch wie bei voluminöseren Varianten. Dies habt ihr dem Abstand von Gummiköder und Blei zu verdanken. Hierdurch wird gewährleistet das ein natürliches Köderspiel und flexibles Laufverhalten, in Verbindung mit einem situationsbedingt großen Bleigewichten, möglich wird.

Mehr benötigt ihr nicht, um euer erstes Drop Shot Rig zu bauen.

Aufbau

Aber wie ist das System jetzt überhaupt aufgebaut? Die Antwort ist simpel: Eigentlich immer gleich!
- Etwas Vorfachmaterial (Am besten Fluorocarbon)
- ein Haken (Offset Hook oder Nose Hook je nach Drop Shot Köder)
- ein Köder (Weiche Gummiköder)
- ein Gewicht (Drop Shot Bleie mit Klemmöse)
Eine kleine Tackle Checkliste, zu dem von mir verwendeten Material, findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Ein etwa 1,0 bis 1,2 m langes Fluorocarbon Vorfach in Stärken zwischen 0,26 und 0,40 mm reicht mir für die meisten Situationen aus.

Das Vorfach

Beim Drop Shot Angeln auf Barsch und Zander benutze ich überwiegend ein etwa 1,0 bis 1,2 m langes Fluorocarbon Vorfach in Stärken zwischen 0,26 mm und 0,40 mm. Hiermit bin ich sowohl für komplett freie sowie auch hindernisreiche Spots bestens gewappnet und kann meine Köder trotzdem maximal unauffällig anbieten.

Bei mir kommen entweder unsere Drop Shot Nose Hooks oder unsere Offset Haken zum Einsatz.

Welche Haken?

Je nach Einsatzgebiet verwende ich entweder kurzschenklige, runde Drop Shot Haken mit einem weiten Bogen, wie beispielsweise unsere Drop Shot Nose Hooks. Muss ich mit Hindernissen rechnen, benutze ich unsere Offset Haken in den zu den verwendeten Gummifischen passenden Größen.

Ihr müsst euch an das Verhältnis von Haken und Köder etwas gewöhnen, aber glaubt mir, die Barsche und Zander inhalieren den Gummifisch samt Haken problemlos.

Der Drop Shot Nose Hook

Für die Variante der standardmäßigen Lippenköderung ist der Drop Shot Nose Hook besonders gut geeignet. Anfangs muss man sich an das Verhältnis von Hakengröße zu Köderlänge etwas gewöhnen aber keine Angst, selbst kleine Barsche inhalieren verhältnismäßig große Gummiköder problemlos komplett. Genügend Spielraum im Hakenbogen ist wichtig für einen guten und sicheren Hak-Effekt.

Muss ich an meinem Spot mit Steinpackungen, Totholz oder Kraut rechnen, verwende ich immer einen Offset Haken.

Der Offset Haken

Einen Offset Haken verwende ich hauptsächlich an hindernisreichen Spots wie z.B. Steinpackungen, Totholz oder Kraut. Im Falle eines Hängers verliert man dann lediglich das Bleigewicht und spart dafür den Köder und die wertvolle Angelzeit, die beim neubinden der Drop Shot Montage drauf gehen würde. Auch nehme ich Offset Haken gerne für Drop Shot Köder Varianten die größer als 12,5 cm sind. Der große Haken richtet lange Köder besser im Wasser auf und gewährleistet so eine etwas natürlichere Präsentation.

Meine Haken binde ich mit dem Drop Shot Knoten in mein Vorfach ein.

Welcher Knoten

Meine Haken binde ich mit dem Drop Shot Knoten oder dem Palomar-Knoten in mein Vorfach ein. Im Prinzip ist es am Ende nur wichtig, dass euer Haken schön waagerecht zum Vorfach absteht! Mein Fluorocarbon Vorfach verbinde ich mittels eines Albright-Knotens mit meiner geflochtenen Hauptschnur. Hier könnte man stattdessen auch einen Micro Ring verwenden, den man mit einem Clinch-Knoten am Vorfach und mit einem Grinner-Knoten an unserere geflochtenen Hauptschnur befestigt. Je nach persönlicher Vorliebe.

Ich verwende zum Dropshotten gerne „weiche“, also relativ leicht zu animierende Gummiköder.

Köder Varianten

Zum Drop Shot Angeln auf Barsche und Zander verwende ich gerne „weiche“, also relativ leicht zu animierende Gummiköder. Hierfür eignen sich beispielsweise besonders gut:
- No Action Shads (Wilson)
- Action Shads (Dude)
- Creature Baits (Edward)
Jede Variante dieser Drop Shot Köder hat seine Vorzüge bzw. die Fische mögen mal dies mehr und mal das andere mehr. Hier ist ausprobieren gefragt!

Orientiert euch mit eurem Köder am besten in Form und Farbe an dem vorherrschenden Nahrungsangebot.

Mit welchem Köder solltet ihr also loslegen?

Es gibt unter englischen Anglern eine Redewendung, die hier ziemlich gut passt: Match the Hatch! Was frei übersetzt soviel bedeutet wie: Passe deinen Köder, der vorherrschenden natürlichen Nahrung an! Orientiert euch also am besten in Form und Farbe an dem aktuellen Nahrungsangebot und passt eure Köder entsprechend an, so habt ihr schon mal einen guten Anhaltspunkt wie ihr starten solltet. Am Ende des Tages werdet ihr aber um etwas experimentieren nicht herum kommen.

Stabbleie verfangen sich nicht so schnell in einem Hinderniss, wie Tropfen- oder Kugelbleie.

Welches Gewicht?

Ich verwende beim Dropshotten gerne stabförmige Gewichte, sie bieten mir den Vorteil, dass sie sich weniger schnell in Hindernissen festklemmen, als ein Tropfen- oder Kugelblei es tun würde. Info: Ein weiterer Pluspunkt der klassischen Drop Shot Bleie ist, dass man sie nicht anknoten muss. Sie besitzen am oberen Ende eine Klemmöse in die man sein Vorfach einfach einklemmen kann. Somit kann man den Abstand zwischen Gummifisch und Drop Shot Blei, respektive Gewässerboden, flexibel abändern sollte es die Situation erfordern.

Ein simpler Überhandknoten am Vorfachende verhindert das Abrutschen des eingeklemmten Bleis.

Überhandknoten am Vorfachende

Tipp: Bei etwas dünneren Vorfächern kann es passieren, dass die Schnur aus der Klemmverbindung des Bleis rutscht, sollte dieses sich in einem Hindernis festgesetzt haben. Dies kann man nun von zwei Seiten betrachten: Für mich wäre das ein Vorteil, denn so verliere ich „nur“ das Drop Shot Blei und nicht die ganze Montage. Ein anderer Angler wäre vielleicht enttäuscht über den Verlust seines Bleis. Um dies zu umgehen, könnt ihr einfach einen ganz normalen Überhandknoten ins Vorfachende machen, welcher das ungewollte Abrutschen des Gewichtes verhindert.

Ich benutze zum Dropshotten gerne eine Rute mit einer etwas weicheren Spitze.

Welche Rute?

Habt ihr jetzt die Basics zum Drop Shot Angeln zusammen, kann es auch schon losgehen. Zum Dropshotten kann man eigentlich fast jede Rute benutzen. Besonders gut geht es jedoch mit einer Rute, welche eine weiche Spitze hat. Hiermit kann man sachte den Köder animieren, ohne gleich das Blei vom Grund anzuheben. Auch begünstigt eine weiche Rutenspitze das Einsaugen bzw. Packen / Fressen des Köders und der Fisch kann sich leichter haken.

Nach dem Auswerfen und Absinken der Montage kann sie einfach klassisch gejiggt werden.

Die Köderführung

Die Köderführung ist nach kurzer Eingewöhnung denkbar einfach. Nach dem Auswerfen lasst ihr die Drop Shot Montage zum Gewässerboden sinken. Nun kann man sie zum Beispiel klassisch Jiggen, das ist gerade im Sommer und Herbst sehr erfolgreich.

Nach dem Absinken der Drop Shot Montage wird mit leichten Schlägen in die schlaffe Schnur der Köder verführerisch animiert, ohne dabei das Blei vom Spot weg zu bewegen.

Eine deutlich fängigere Variante ist, nach dem Auswerfen und Absinken der Drop Shot Montage, einfach leichte Schläge in die schlaffe Schnur zu machen. Dies hat den Effekt, dass euer Gummiköder auf der Stelle tanzt aber das Blei sich nicht ein Stück bewegt. Ich mache dies etwa 5 Sekunden lang, bis ich das Blei langsam, meist nur mit lediglich einer Kurbelumdrehung, an mich heranführe, um dann den Vorgang zu wiederholen und in die schlaffe Schnur zu zupfen.

An manchen Tagen kann das Timing beim Anschlag über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Wann setzen wir den Anschlag?

Es gibt Tage, da inhalieren die Barsche und Zander den Köder gierig. Es gibt aber auch Tage, an denen sie so spitz beißen, dass sie einfach nicht hängen bleiben wollen und nur dem Köder den Schwanz abreißen. Das kann ggf. mit dem gestrafften Vorfach und dem direkt damit verbunden Haken zu tun haben. Eine Möglichkeit ist es dann, den Fisch bei einem Biss kurz abziehen zu lassen. Also die Rutenspitze ein Stück weit in Richtung des Fisches abzusenken um dann, bei konstantem Zug, anzuhauen. Hierbei sind etwas Fingerspitzengefühl und Timing gefragt.

Das Drop Shot Angeln ist eine sehr spannende und vor allem effektive Art der Angelei.

Das waren jetzt kurz und knapp die Basics die ihr benötigt um die ersten Drop Shot Fische zu fangen. Ich hoffe dieser Artikel hat euch geholfen und ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren

Euer Martin Höpfel

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