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Freiwasser Hecht Angeln in großen Seen - Finden und Fangen
Ein Freiwasser Hecht, der seinen Namen wahrlich verdient hat.

In diesem Artikel widmen wir uns dem Suchen und Fangen von großen Hechten in sehr großen Seen. Ich meine nicht das übliche Hechtangeln in Talsperren oder Seen mit lediglich ein paar hundert Hektar, sondern ich rede hier von Gewässern mit mehreren Quadratkilometern Wasserfläche, bei denen man das gegenüberliegende Ufer nur noch schemenhaft erahnen kann. Gewässer dieser Größenordnung findet man fast in allen Ländern Europas. Schweden oder auch Finnland sind beispielsweise übersät davon.

Die Frage Nummer Eins beim Angeln im Freiwasser - Wie findet man auf so einer riesigen Wasserfläche überhaupt die Hechte?

Fische finden

Die Frage Nummer eins lautet immer: Wie findet man bei so einer riesigen Wasserfläche die Fische? Nun ja, es ist nicht ganz so schwer, wie man es jetzt vermuten würden. Dennoch gibt es beim Hechtangeln im Freiwasser einiges zu beachten, auf das ich in den folgenden Zeilen eingehen werde.
Info:
Es sei noch kurz erwähnt, dass das Schleppangeln an derart riesigen Gewässern sehr effektiv sein kann. Es ist aber zudem auch ein eigenes Thema für sich. Daher konzentrieren wir uns hier ausschließlich auf das Wurfangeln!

Ohne ein gutes, rauwassertaugliches Boot geht beim Freiwasserangeln auf Hecht nichts!

Grundvoraussetzung

Die Grundvoraussetzung zum Hecht Angeln an den riesigen, tiefen Seen ist neben einem rauwassertauglichem Boot die dazugehörige Sicherheitsausrüstung. Das Wetter kann an Gewässern in dieser Größenordnung schnell umschwenken. Ein zuverlässiger Bugmotor ist eine wichtige Hilfe, wenn man über tiefem Wasser nicht ständig ankern will. Beim Echolot hingegen tut es zur Not auch ein Standardmodell, mit dem man lediglich Struktur, Tiefe und Bodenbeschaffenheit erkennen kann. Eine digitale Gewässerkarte (beispielsweise von Navionics) ist hilfreich aber nicht unbedingt notwendig.

Wichtig ist es, die Laichzeiten der Hechte am jeweiligen Gewässer zu kennen.

Kenne die Laichzeiten

Zum Grundwissen über das jeweilige Gewässer gehört es, die Laichzeiten der Hechte zu kennen. Diese können von Gewässer zu Gewässer variieren. Da diese Wochen zu den wenigen im Jahr gehören, in denen auch die richtig großen Hechte hauptsächlich in den flachen Buchten zu finden sind, lassen wir, als verantwortungsbewusste Angler, diese Zeiten aus.
Außerdem sollten die Hechte in dieser Zeit ohnehin nicht beangelt werden! Wir beangeln unsere Hechte im Freiwasser wenn sie nach der Reproduktion so richtig hungrig sind!

Man findet die Hechte entweder über die Futterfische oder über die Bodenstruktur des Gewässers.

Wonach suchen wir?

Wir konzentrieren uns beim Fischefinden also auf die große offene Wasserfläche. Hier gibt es zwei Hauptunterscheidungspunkte:
- Da wäre zum einen das Auffinden von großen Futterschwärmen wie Maränen oder Renken mittels Echolot.
- Zum anderen das Finden und Erkennen von fischreichen Strukturen unter Wasser.
Diese Strukturen will ich euch nun näherbringen.

Manchmal haben wir Glück und Gewässerstrukturen werden uns bereits an der Oberfläche angezeigt, sei es durch Schifffahrtssignale, Bojen oder durch Felsen, die aus dem Wasser ragen.

Findet Markierungen!

Gewässerkarten sind beim Angeln im Freiwasser wie gesagt ein sehr hilfreiches Mittel, um zumindest eine Idee zu haben, wo man mit dem Suchen anfangen sollte. Sind solche Karten nicht vorhanden, geben Schifffahrts- oder Hindernisbojen im Gewässer oft hilfreiche Hinweise, wo evtl. Untiefen zu finden sind. Fast in allen großen Gewässern sind solche Stellen in irgendeiner Form markiert. Bitte nähert euch diesen Bereichen beim Angeln aber unbedingt sehr langsam, denn zumeist schießen die Untiefen mitten im Freiwasser wie aus dem Nichts an die Oberfläche und dann kann es schnell gefährlich werden.

Findet ihr im Freiwasser strukturreiche Plateaus mit Krautbewuchs, können dies wahre Hotspots zum Hechtangeln sein.

Struktur ist immer gut!

Haben wir nun eine markante Erhöhung gefunden, wird es interessant. Ideal um Fische im Freiwasser zu finden, sind mittelgroße Plateaus mit leichtem Krautbewuchs oder extrem strukturreichem, steinigen Boden. Das perfekte Plateau bricht am Ende ziemlich steil ab, was den Hechten bei der Jagd sehr entgegenkommt. Wenn das Plateau recht alleine in einem weiten Areal steht, ist es besonders interessant für Hechte. Hier gilt: Je mehr Abstand zu den nächsten Plateaus, desto besser. Für die Wasserfläche rund um die Erhöhung gilt ebenfalls: je tiefer, desto besser!

Hier sieht man auf dem Echolot eine steil abfallende Uferkante mit reichlich Fisch.

Interessante Spots

Hier sieht man anhand der Gewässerkarte am Echolot Split Screen eine interessante Situation. In diesem Fall bricht das Riff sehr nah am Ufer sehr steil ab. Links vom Boot ist das Wasser schon ziemlich tief (aktuell unter dem Boot bereits über 7 m), während der Futterfisch direkt an der Steilkante steht. Jetzt geht es darum, die großen Fische zu finden und den Spot richtig zu beangeln.

Ich verwende zum Freiwasser Hecht Angeln gerne robuste Multirollen, die mit starkem Geflecht bespult sind.

Zum Tackle

Da wir es hier gezielt auf große Hechte anlegen und auch mit sehr großen Ködern fischen, sind robuste Ruten, Rollen und Schnüre extrem wichtig. Ich verwende bei dieser Freiwasserangelei vorrangig die Final Boss und die Big Boss. Beide Ruten sind mit robusten Multirollen bestückt, die mindestens mit einer 0,22er Geflochtenen bespult sind. Warum ich dabei beide Ruten abwechselnd verwende, erkläre ich gleich.
Achtung: Nicht von dicken Schnurdurchmessern abschrecken lassen! Unsere Momoi Schnüre sind deutlich dünner als diejenigen von euch erwarten würden, die noch nicht mit der genauen japanischen Deklaration vertraut sind.

Hat man einen erfolgversprechenden Freiwasser-Spot gefunden, geht es daran, ihn richtig abzufischen.

Wie befischt man den Spot richtig?

Ich drehe zwei Runden um jedes Plateau. In der ersten Runde befische ich die tieferliegenden Spots. Ich führe die Köder also abhängig von der generellen Gewässertiefe in Tiefen von 3 m bis 8 m. Hierbei benutze ich große und schwere Köder, um schnell auf Tiefe zu kommen. Dabei leistet die Final Boss einen hervorragenden Dienst, denn die flacherstehenden Fische werden nicht verschreckt. In der zweiten Runde stehe ich mit dem Boot direkt über den Spots, die ich in der ersten Runde befischt habe.

In der zweiten Runde fische ich die flacheren Bereiche des Spots ab - hierzu verwende ich die leichtere Rute.

Die zweite Runde

Bei der zweiten Runde kann ich dann recht schnell zur leichteren Big Boss Rute wechseln, welche auch mit einem leichteren Köder bestückt ist. Ich verwende hierbei maximal 5 g Jig-Köpfe. In dieser Phase befische ich die Räuber in den ganz flachen Zonen des Plateaus und locke die Hechte dort aus ihrer Deckung.
Für diejenigen unter euch, die sich für das verwendete Tackle interessieren, stelle ich am Ende eine kleine Tackle Checkliste zusammen.

Hier ging die Taktik voll auf und ich konnte bereits in der ersten Runde einen großen, tiefstehenden Fisch haken.

Erst tief, dann flach!

Wir fassen kurz zusammen: Ist ein interessantes Freiwasser-Plateau gefunden, befischen wir zuerst die tieferen Bereiche! Erst danach widmen wir uns den Flachwasserzonen. Täglich sollten beim Angeln beide Varianten wiederholt werden. Die Hechte wechseln in ihren aktiven Phasen nämlich sehr schnell ihre Standorte. Wenn sie am Vormittag im flachen Wasser des Plateaus Brassen im Kraut gejagt haben, können sie schon am Nachmittag in den tieferen Zonen nach Maränen suchen.

Auch für einen langjährigen Raubfisch Experten wie mich war dies ein einmaliger Überraschungsfisch.

Köderwahl

Hat man ein potenziell interessantes Plateau und Zeitfenster gefunden, muss eigentlich nur noch die richtige Köderwahl getroffen werden. Aufgrund seiner Vielseitigkeit setzte ich am Anfang sehr gerne auf den Butcher im Naturdekor. Mit wenig Gewicht gerigt, lässt er sich super langsam über die flachen Zonen führen. Mit mehr Gewicht bringt man ihn aufgrund seiner Bauweise aber auch sehr schnell auf Tiefe. Ab und an ist dann auch ein Überraschungsfisch dabei.
Info:
Einen informativen Beitrag zum Flachwasser Angeln auf Hechte findet ihr hier!

Wenn die Hechte einen großen Schwarm Weißfische gegen eine steile Kante treiben, kann man mit etwas Glück gleich mehrer kapitale Exemplare in kürzester Zeit abgreifen.

Sternstunden

In vielen großen Gewässern lassen sich beim Freiwasser Hecht Angeln wahre Sternstunden erleben. Besonders dann, wenn mehrere Hechte einen Schwarm Weißfische gegen die Kante eines Plateaus drücken. In diesen Phasen heißt es für den Angler anschnallen, denn die Bisse, speziell im Übergang an den Kanten vom flachen ins tiefe Wasser, kommen sehr hart.
Achtung: Deswegen an dieser Stelle noch einmal der ausdrückliche Hinweis von mir: Kontrolliert euer Gerät immer vorab auf etwaige Schäden oder Schwachstellen. Am besten vor jedem Trip aber auf jeden Fall nach jedem Fisch!

Sind die Räuber besonders gierig, sollte nach jedem Hecht das Vorfach auf Schwachstellen kontrolliert werden.

Vorfachkontrolle

Speziell unsere Vorfächer werden bei dieser Angelei schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ich persönlich favorisiere Fluorocarbon, allerdings niemals unter 1,0 mm! Zudem sollte es auch wirklich nach jedem Hecht kontrolliert und gegebenenfalls getauscht werden. Vor allem dann, wenn sich die Fische so richtig den Bauch vollschlagen. Hier ist schön zu sehen, wie der Butcher komplett im Rachen des Hechtes verschwindet. Da leidet jedes Vorfach im Drill!

Behaltet trotz des ganzen Spaßes beim Hechtangeln immer die Sicherheit im Auge - solch riesige Gewässer sind alleine aufgrund ihrer Größe schon sehr gefährlich.

Sicher ist sicher!

Damit sind wir auch schon fast am Ende dieses Artikels. Zum Abschluss möchte ich nur noch einmal darauf hinweisen, wie gefährlich diese Gewässer aufgrund ihrer schieren Größe, ihrer Untiefen und ihrer schnellen, unvorhersehbaren Wetterwechsel sein können. Nehmt immer ausreichend warme Kleidung mit aufs Boot. Insbesondere dann, wenn ihr in den nördlichen Gefilden unterwegs seid. Stellt euch zudem auf welliges Freiwasser Angeln ein, denn spiegelglatt sind solche Seen eher selten.

Ein unbezahlbares Erlebnis - wenn bei den Großhechten der Fressrausch ausbricht.

Fressrausch

Auch wenn es anstrengend ist - diese Momente erleben zu dürfen, wenn bei den Großhechten ein richtiger Fressrausch ausbricht, sind unbezahlbar und selten. Wenn es aber doch klappt, wird der eine oder andere von euch mit Sicherheit seinen Traumfisch in den Händen halten. Dann war es all die Mühen wert! Egal, ob wir die Hechte im tiefen Wasser oder oben auf einem flachen Plateau finden - das Wichtigste ist immer, dass wir heile und gesund nach Hause zurückkommen, um die Legenden vom Hechtangeln im Freiwasser erzählen zu können.

Das beste Gefühl - einen großen, ehrwürdigen Hecht nach einem schnellen Foto zu releasen!

In diesem Sinne - Stay true, keep the water clean and catch the biggest

Euer Alexander Kubica

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