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Sebastian Moehrke zeigt euch wie er die Fische gezielt anfährt und mit welcher Taktik er sie dann anwirft und letztendlich auch erfolgreich fängt.
Fische die man auf dem Echolot sieht gezielt anzuwerfen und zu beangeln erfordert Übung und Ausdauer.

In diesem Beitrag möchte ich auf das gezielte Werfen im Freiwasser auf große Hechte und Zander und nicht so sehr auf das pelagische Vertikalangeln eingehen. Diese spezielle Methode ist oft erfolgreicher als das reine „Pelagic Sharpshooting“, weil hierbei der Zielfisch nicht unmittelbar mit dem Boot überfahren wird. Dadurch entsteht beim Fisch weniger Misstrauen gegenüber dem Köder und macht es für uns noch spannender ihn zu überlisten!

Diese Angelei erfordert natürlich einen schwimmenden Untersatz sowie ein gutes Echolot.

Die Grundausstattung

Zur Grundausstattung dieser Angelei gehört auf jeden Fall ein schwimmender Untersatz. Dabei ist es vollkommen egal, ob ihr ein großes oder kleines Boot habt, mit dem Belly-Boot unterwegs seid oder auf einem sogenannten Sit-on-top-Angelkajak sitzt. Die Hauptsache ist, ihr könnt euch auf dem Wasser fortbewegen und euer Gefährt entsprechend gut steuern.

Ein gut eingestelltes Echolot ist genauso essentiell wie die Fähigkeit die entsprechenden Anzeigen richtig zu interpretieren. Auch hierzu bedarf es etwas vorab Erfahrung.

Geschick und Übung

Auf den großen Gewässern Deutschlands solltet ihr unbedingt ein gut eingestelltes Echolot dabeihaben. Somit könnt ihr auch direkt einzelne große Räuber im Freiwasser ausmachen und diese gezielt anfischen. Allerdings erfordert dies viel Geschick, Übung und Vertrauen in diese sehr spezielle Angelei.

Die Sidescan Funktion meines Echolotes erlaubt es mir, Fische auch rechts und links neben dem Boot auszumachen.

Zuerst tiefes Wasser

Beim Suchen der Hechte und Zander im Mittelwassre gehe ich zumeist ohne konkretes Konzept vor. Ich fahre in der Regel als erstes tiefere Gewässerbereiche ab. Habe ich einen Fisch auf dem Echolot, speziell im Sidescan-Modus, gefunden, versuche ich diesen schnellstmöglich zu überwerfen. Dann lasse ich meinen Köder auf die Tiefe, in der mir der Räuber vom Echolot angezeigt wird, absinken und kurbel ihn dann langsam wieder ein.

Zu Beginn meines Angeltages überfahre ich auch gerne mal ein paar große Fische mit dem Boot, um mir einen Überblick über ihre Standtiefe zu machen.

Die Standtiefe finden

Manchmal fahre ich die Fische aber auch direkt an, sprich ich fahre über die Räuber und schaue mir auf dem Echolot genau an, in welcher Tiefe die Hechte oder Zander aktuell stehen, um so ein Gefühl für die derzeitige Standtiefe zu bekommen. Ab und an angle ich diese Fische dann testweise direkt unter dem Boot an. Hierfür verwende ich eine für das pelagische Vertikalfischen zweckentfremdete Jerkrute.

Ich fische auf große Hechte und große Zander. Hierbei ist es mir wichtig, dass mein Equipment gut aufeinander abgestimmt ist.

Abgestimmtes Gerät

Da ich gezielt die großen und entsprechend auch sehr erfahrenen Fische anwerfen möchte, ist es mir wichtig, perfekt aufeinander abgestimmtes Gerät zu fischen. Dabei kommen bei mir Ruten mit einem Wurfgewicht über 100 g zum Einsatz. Persönlich fische ich diese dann gerne mit einer Multirolle, aber auch eine 4000er oder 5000er Stationärrolle funktioniert gut. Hierbei solltet ihr nur darauf achten, dass ihr auch eine Rute benutzt, die für Stationärrollen ausgelegt ist.
Am Ende dieses Beitrags findet ihr eine Tackle Checkliste mit dem von mir bevorzugten Takle.

Um genug Kraftreserven zu haben, verwende ich geflochtene Schnüre von 0,20 bis 0,28 mm Durchmesser.

Starke Schnüre

Da die Hechte im Freiwasser teilweise wie ein D-Zug aus dem Nichts auf unsere Köder schießen, ist es sehr wichtig, eine starke geflochtene Hauptschnur zu verwenden. Durchmesser von mindestens 0,20 mm bis hin zu 0,28 mm kommen bei mir zum Einsatz. Damit habe ich genug Kraftreserven für die Hechte mit 1,20+ m oder auch für einen unerwarteten Welsbeifang.

Mein Vorfach besteht aus zwei Teilen. Einem etwa 1,0 m langen Stück 0,47 mm Fluorocarbon und dahinter einem ca. 0,3 m kurzen hechtsicheren Stück mit einem Durchmesser ab 0,91 mm.

Mein Vorfach

Die ewige Vorfachdiskussion möchte ich hier eigentlich nicht weiter anheizen. Ich fische aus Überzeugung vor meiner geflochtenen Hauptschnur ein etwa 100 cm langes Stück Fluorocarbon mit 0,47 mm und daran angeknüpft ein ca. 30 cm kurzes Stück mit mindestens 0,91 mm, um eben auch größere Hechte sicher landen zu können.

Da ich bereits in der Vergangenheit einiges an Lehrgeld bezahlen musste, wähle ich meine Rig-Komponenten alle eine Nummer stärker als gewöhnlich.

Eine Nummer stärker

Besonders wichtige Details meines Setups stellen für mich die Karabiner, sowie die Montage der Haken am Köder dar. Hier habe ich im Laufe der Jahre viel Lehrgeld zahlen müssen und durch eigene Nachlässigkeit einige richtig gute Fische verloren. Heute bin ich um einige Erfahrungen reicher und wähle lieber alles an meiner Montage eine Nummer stärker, um den doch recht hohen Kräften, die bei dieser Angelei entstehen können, entgegen wirken zu können.

Es gibt kein "zu groß"! Aber nicht immer wollen die Räuber auch die großen Gummis. An manchen Tagen reichen ihnen auch kleinere Happen um die 15 cm.

Die Ködergröße

Bei der Frage welche Ködergröße ich bevorzugt verwende, kann ich euch aus Überzeugung sagen: Es gibt grundsätzlich kein "zu groß"! Obwohl ich tatsächlich ein Freund von richtig großen Ködern bin, muss auch ich zugeben, dass ein Downsizing auf Ködergrößen um die 15 cm gerade bei Hechten manchmal wahre Wunder bewirken kann, wenn es am Angeltag mal zäh läuft.

Gerade große Freiwasserzander nehmen überraschenderweise öfter als gedacht große Köder.

Die Futterluke

Dennoch dürft ihr keine Angst vor großen Baits haben. Selbst große Zander sind teilweise gierige Freiwasserräuber und nehmen das Maul gerne voll. Ein 25 cm Köder passt in so eine Futterluke dann spielend rein.

Das Handling mit großen Raubfischen muss vorab gut geplant werden. Alles sollte griffbereit zur Hand sein, wenns drauf ankommt.

Alles parat

Als Tipp kann ich euch noch Folgendes mit auf den Weg geben: Habt am besten immer alle Hilfsmittel zur Landung und zum Lösen der Fische parat. Euer Kescher sollte mindestens im Format XL sein, eine stabile Lösezange griffbereit liegen und auch ein kraftvoller Seitenschneider darf nicht fehlen. Letzterer ist gerade dann immens wichtig, wenn einmal einer der starken Haken im Notfall abgetrennt werden muss.

Eine technikbezogene Angelei mit hohem Suchtpotential. Wer einmal gezielt einen Fisch vom Echolotbildschirm weg gefangen hat, wird das nie wieder vergessen.

Das Freiwasserangeln auf große Räuber ist eine sehr spannende Angelei, die ohne Technik zwar nicht auskommt, die aber auch keinesfalls so einfach wie Gameboyspielen ist. Wer von euch einmal die knallharten Bisse in der Rute gespürt hat, der wird hundertprozentig süchtig danach!
Also probiert es aus und lasst euch von anfänglichen Rückschlägen nicht unterkriegen! Ich wünsche euch viel Erfolg

Euer Sebastian Moehrke

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