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Alle Raubfische mögen Jig Spinner - Heute will ich es aber mal gezielt auf Kanal Barsche versuchen.
Mit Jig Spinnern lassen sich im Kanal ganz hervorragend Bereiche abfischen, die für andere Ködertypen nicht so gut geeignet sind.

Wenig Zeit und keine Lust auf kilometerlange Fußmärsche?! Die Flüsse führen Hochwasser, die Seen sind verkrautet - ab und an brauche auch ich mal den konzentrierten Erfolg und so zog es mich für eine kleine Feierabendrunde an den heimischen Kanal. Wo aber findet man in dieser einheitlichen Einöde aus Stahl und Beton in nur wenigen Stunden seine Zielfische? In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie man mit Jig Spinnern ganz hervorragend Bereiche abfischen kann, die für andere Köderarten nicht so gut zugänglich sind.

Barsche lieben es sich unter der Deckung von parkenden Binnenschiffen zu verstecken.

Deckungsmöglichkeiten suchen

Parkende Boote bieten in der monotonen Schifffahrtsrinne die einzigen Deckungsmöglichkeiten für die Fische. Logisch also, dass sich hier alles versteckt was Flossen hat. Gerade Barsche stehen gerne unter den schwimmenden Stahlkolossen und lieben es, aus der Deckung heraus ihre Beute zu jagen.

Sucht die Barsche zwischen den parkenden Booten.

Zwischen den Booten

Häufig stehen die großen Binnenschiffe recht eng aneinander und ich habe selten mehr als 8 oder 10 Meter Platz um weite Würfe zu machen. Genau hier spielen die kleinen Jig Spinner ihr Potential hervorragend aus. Ein Crankbait oder ein normaler Spinner würden auf der kurzen Distanz zwischen den Booten überhaupt nicht auf Tiefe kommen, bzw. nicht lange auf Tiefe bleiben. Mit den Jig Spinnern kann ich auch zwischen den Booten auf kurzen Strecken schön hart am Grund fischen.

Die Binnenschiffe werden in der Regel lediglich über Seile festgemacht.

Nur angebunden

Ein großer Vorteil hier am Kanal ist der, dass die Binnenschiffe in der Regel nur über Seile anlegen und festgemacht werden.

Da die Schiffe nicht ankern, haben wir keine Probleme mit Seilen oder Ketten im Wasser.

Sie ankern nicht!

Somit haben wir keine Probleme mit zusätzlichen Ketten oder Ankern im Wasser. Es ist ja nicht so, dass nicht schon genug Müll und Unrat im Kanal liegt und die imaginären Arme nach unseren kleinen bunten Ködern ausgestreckt werden. In diesem Fall müssen wir uns lediglich Gedanken über die großen Schiffsschrauben machen, die am Heck unter den Rudern liegen. Hier sollten wir tatsächlich nicht ganz so nah dran fischen. Das beruhigt auch die Nerven der Kapitäne etwas. 😉

Mit Jig Spinnern erreicht ihr eine sehr breite Palette an Raubfischen. Fast alle Räuber lassen sich mit ihnen fangen.

Jig Spinner fangen alles!

Ich fische gerne mit Jig Spinnern. Sie sind vielseitig einsetzbar und sprechen eine breite Palette an Raubfischen an. Ich behaupte sogar, dass man mit Jig Spinnern vermutlich alle heimischen Raubfischarten fangen kann. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass ihr nach einem Biss zuerst einmal gar nicht genau wisst, was da am Haken hängt. Für mein Vorhaben, hier am Kanal ein paar Feierabendbarsche zu überlisten, reichen mir Jig Spinner in Gewichten zwischen 4 und 15 Gramm.

Mit natürlichen Farbdekoren imitieren wir kleine Weißfische.

Natürliche Farben

Generell unterteile ich meine Jig Spinner in zwei Farbvarianten. Zum einen die natürlicheren Dekore, welche mit ihrer silbrigen Farbe möglichst realistisch kleine Brutfische nachahmen sollen…

Mit Shockfarben imitieren wir auch kleine Beutetiere, zielen mit der grellen Farbe aber auf die Neugier der Barsche ab.

Shockfarben

… Und zum anderen die Schockfarben. Hier in den Varianten Moor Kiwi und Firetiger. Generell starte ich beim Angeln meine ersten Würfe mit einer Schockfarbe. Ich will immer erst einmal herausfinden, ob die Barsche heute neugierig sind.

Hier reicht mir in der Regel ein Fluoro-Vorfach. Sollte es bei euch aber viele Hechte geben, verwendet lieber ein Stahlvorfach.

Mein Vorfach

In unserem Kanal hier gibt es recht wenig Hechte. Die häufigsten Räuber sind, neben Barschen und Zandern, die Alande und Rapfen. Daher habe ich keine Schmerzen damit, ein Fluorocarbon-Vorfach zu fischen. Je nach Hängergefahr verwende ich eine Stärke von 0,28 bis 0,37mm.

Am Kanal gibts immer mal wieder einen Hänger, da müssen wir halt hin und wieder neu montieren. Eine kleine Box mit dem Nötigsten solltet ihr also immer dabei haben.

Kleinteile

Viel Tackle möchte ich auf meiner kurzen Feierabendrunde nicht mitschleppen, doch am Kanal gibts immer mal wieder einen Hänger, da müssen wir halt hin und wieder neu montieren. Eine gut sortierte Box mit den nötigsten Kleinteilen ist ein Musthave. Hier muss ich mir gerade nach einem Abriss einen neuen Egg Snap ans Vorfach binden.

Hier versuche ich jetzt mit meinem Jig Spinner kleine Weißfischbrut aus diesem Frühjahr zu imitieren.

Match the hatch

Match the hatch - bedeutet im übertragenen Sinne lediglich, dass man seinen Köder an die momentan vorhandene Nahrung der Zielfische anpassen sollte. Aktuell haben wir Sommer und die Barsche haben sich komplett auf die diesjährige Weißfischbrut eingeschossen. Es ist jetzt absolut zwecklos ihnen größere Köder anzubieten. Hier muss man jetzt das imitieren, was sie gerade wollen.

Hier schlenze ich gerade meinen Jig Sinner mit einem Unterhandwurf in die fängige Zone.

Die Dropzone

Die Barsche stehen unter den Booten und an der Spundwand. Mit einem gezielten Unterhand-Pendelwurf schlenze ich den Jig Spinner genau in die fängige Zone.

Ein bisschen Übung erfordern die zielgenauen Würfe mit dem Jig Spinner zwischen Schiff und Spundwand schon.

Zwischen Schiff und Spundwand

Da muss er hin! So nah wie möglich zwischen das Binnenschiff und der Spundwand. Jetzt nur noch schön absinken lassen – und wir sind im Rennen…

Heute wurde gemäht. Kleine Weißfische pickten hier Insekten aus dem Treibgut.

Gras bringt Fisch

Heute ist mir aufgefallen, dass vermutlich irgendwo am Kanal die Grünflächen gemäht worden sind. Es trieb eine ganze Menge frisch geschnittenes Gras und sonstiges Grünzeug im Wasser. Immer wieder konnte ich beobachten, wie kleine Weißfische hier vermutlich kleine Insekten aus dem Treibgut pickten. Da sollten die Barsche ja auch nicht weit sein.

Ich lasse den Jigspinner immer an leicht gespannter Schnur absinken.

Absinkphase

Nach dem Wurf lasse ich den Jig Spinner an leicht gespannter Schnur absinken. Zum einen damit er sich nicht im freien Fall überschlägt und wohlmöglich vertüdelt und zum anderen, da ich schon recht häufig Bisse in der Absinkphase bekommen habe. Ein weiterer Vorteil der Jig Spinner: Sie fangen an zu arbeiten, sobald sie das Wasser berühren.

Erschlafft meine Schnur bin ich am Grund angekommen.

Grund erreicht

Hängt die meine Schnur durch, hat mein Köder den Gewässergrund erreicht.

Einen Jig Spinner kann man auf verschiedene Arten führen. Ich bevorzuge das unregelmäßige Einleiern.

Führungsstil

Nun kann man den Jig Spinner je nach Vorliebe führen. Man kann ihn, wie sein Name schon sagt, mit leichten Sprüngen jiggen oder mit kurzen Unterbrechungen faulenzend einkurbeln. Ich hingegen bevorzuge das ungleichmäßige Einleiern. Ich mache keine kompletten Spinnstopps wie beim Faulenzen, sondern ändere lediglich nur ab und an die Einholgeschwindigkeit. Hiermit fahre ich in der Regel recht gut und kann so bei einem vorsichtigen Anfasser auch schneller reagieren und meinen Köder etwas animieren oder verlangsamen.

Es macht Sinn die Rutenspitze nahe der Wasseroberfläche zu halten, um den Köder möglichst lange auf Tiefe führen zu können.

Ruten runter!

Wichtig ist es allerdings, dass ihr immer eure Rutenspitze schön tief Richtung Wasser haltet. Ich will den Jig Spinner möglichst lange auf Tiefe führen. Hier an der Spundwand macht es auch tatsächlich Sinn, eurem Rücken zuliebe nicht ganz so kurze Ruten zu fischen. Ich verwende hier aktuell eine Rute mit 2,50 m Länge und einem Wurfgewicht bis etwa 18 Gramm.
Eine Tackle Checkliste zu meinem bevorzugten Tackle findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Am Kanal sind immer die Stellen für Fische und Angler interessant, an denen sich die monotone Struktur der Wasserstraße etwas verändert.

Sucht Strukturänderungen

Grundsätzlich sind am Kanal alle Stellen interessant, die von der immerwährenden Monotonie des Kanals abweichen. Dies können wie hier Parkbuchten oder Anlegestellen für Binnenschiffe sein, Wendebecken, Schleusen, Verladestellen etc. Wichtig ist nur, dass es eine Strukturänderung gibt.

An gleichmäßigen Spundwandufern werden die Fische vielleicht kurz jagen, sich aber nie lange aufhalten.

Gleichmäßige Spundwandufer

Gleichmäßige Spundwandufer können auch Fische bringen – versteht mich hier bitte nicht falsch. Im Kanal sind die Fische eh immer überall und nirgends. Nur werden sie sich an dieser Art von Ufer nicht lange aufhalten, sondern lediglich umherziehen. Fallen euch an den Spundwänden Kleinfischansammlungen auf, so würde ich es immer auch mal auf die Streifen-Räuber versuchen.

Immer die Augen offen halten. Hier fand ich einen kleinen Trupp raubender Barsche und konnte schnell einen von ihnen fangen. Mehr ging leider nicht, da der Schwarm schon weitergezogen war.

Der Freischwimmer

Hier hat es mal mit einem Freischwimmer geklappt. Ich fand einen kleinen Trupp raubender Barsche, kassierte schnell zwei, drei Fehlbisse, konnte einen aus dem Schwarm haken und schon war der Spuk auch schon wieder vorbei. Hat man Zeit und Lust etwas Strecke zu machen, ist das vielleicht auch eine feine Sache. Für mich geht es heute aber darum, in einem begrenzten Zeitfenster von nur wenigen Stunden ein paar Fische rauszukitzeln. An einem Schiffsanleger hätten sich die anderen Barsche sicherer gefühlt und ich hätte evtl. noch mehr fangen können.

Am Kanal sind Brücken immer gut. Parken dort zudem auch noch Schiffe, ist das immer ein sehr vielversprechender Spot.

Die Brücken

Brücken sind immer gut! In der Regel gibt es an Schifffahrtsstraßen keine Bäume und Büsche, die über das Wasser ragen und den Fischen Schutz und Schatten spenden könnten. Brücken bieten da adäquaten Ersatz. Achtet hierbei darauf, wie der Schatten der Brücken auf der Wasseroberfläche verläuft. Findet ihr zudem Brücken, unter denen auch noch Binnenschiffe oder Schubverbände angelegt haben, seid ihr zumindest nicht komplett auf dem Holzweg.

Versucht immer mal herauszufinden, wie lange die Schiffe schon dort anliegen. Je länger, desto besser!

Standzeit beachten

Tipp: Schubverbände mit ihren großen schwimmenden Pontons sind super. Barsche, Zander und Co. verstecken sich gerne unter ihnen. Versucht mal herauszufinden, welche Schiffe schon länger dort stehen und welche vielleicht erst vor 30 Minuten angelegt haben. Es ist ja schon logisch, dass die Fische immer eher unter den Booten stehen, die durch ihre Verweildauer etwas mehr Sicherheit suggerieren.

So nah wie möglich werfe ich meinen Jig Spinner an den Ponton eines Schubverbandes heran.

Top Spot

Zack! Mein Jig Spinner fliegt an den Rand des Pontons und sinkt langsam vibrierend in die Tiefe.

Unter den Pontons eines Schubverbandes stehen die Barsche recht konzentriert in kleinen Trupps. Wir müssen sie nur finden.

Unterm Schubverband

Ich fische den Bereich um den Schubverband herum systematisch ab. In diesen Arealen können die Barsche in Gruppen recht konzentriert in einer Ecke rumschwimmen. Man muss nur herausfinden in welcher…

Die großen Binnenschiffe wirbeln viel Futter auf, wenn sie an uns vorbeiziehen.

Die dicke Christine

Die dicke Christine kommt angestampft. Ich bin immer wieder verwundert, wie leise diese riesigen, schweren Schiffsmotoren, die mit Schweröl laufen, eigentlich sind. Man nimmt sie im Unterbewusstsein zwar schon aus einiger Entfernung wahr, richtig hören kann man sie aber immer erst, wenn sie quasi an einem vorbeiziehen. Mit ihren großen Propellern drehen sie die Fahrrinne einmal auf links und mischen das Wasser und somit die Karten für uns Angler einmal durch.

Mit meinem Jig Spinner kann ich eine Gruppe raubender Alande direkt anwerfen.

Die Alande

Kaum ist die dicke Christine von dannen, bemerke ich ein paar raubende Alande in der Kanalmitte. Vermutlich fressen sie vom Sog des Schiffes benommene oder verletzte Kleinfische. Und ohne das ich jetzt großartig umbauen oder auch nur den Köder wechseln müsste, kann ich mit meinem Jig Spinner die Alande direkt anfischen. Noch ein Vorteil dieses Köders!

Success! Na ja, die kleine Dottersacklarve war zumindest schon einmal von der richtigen Art. Der fette Aland hatte sich 10 Minuten vorher im Drill verabschiedet.

Tja… was soll ich sagen, jeder Tag ist ein Angeltag, aber nicht jeder Tag ist auch ein Fangtag. Gerne hätte ich euch hier noch einen fetten, karpfengroßen Aland ins Bild gehalten, nur hatte dieser leider andere Pläne und schlitzte mir nach kurzem Drill einfach aus! Dennoch konnte ich am Ende noch einen Zielfisch verhaften.😉 Ich hoffe ich konnte euch mit diesem kleinen Einblick in meine Kanalangelei zeigen, dass man auch die kleinen, engeren Spots mit Jig-Spinnern durchaus effektiv befischen kann.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei euren Feierabendrunden

Euer Simon Stallabrass

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