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Egal ob mit Stahl oder Fluorocarbon, mit etwas Übung ist der Stingerbau eine einfache aber effektive Möglichkeit, eure Fangerfolge zu verbessern.
Mit etwas Übung ist der Stingerbau eine einfache aber effektive Möglichkeit, eure Fangerfolge mit ruhigem Gewissen zu verbessern.

In diesem Beitrag zeige ich euch Schritt für Schritt den Bau von Fluorocarbon- und Stahl-Stingern. Natürlich können diese auch gebunden werden, die häufigste Variante ist aber das sogenannte Crimpen. Die Quetschhülsen sollten natürlich idealerweise dem verwendeten Vorfachmaterial angepasst sein. Als Regel gilt aber: Besser eine Nummer größer als zu klein. Das vereinfacht die Arbeit und hat keine Auswirkung auf die Stabilität. Logischerweise sollte die Quetschhülse also doppelt so groß sein, wie das verwendete Vorfachmaterial.
Info:
für diese Bildserie habe ich zur besseren Veranschaulichung etwas größere Quetschhülsen verwendet.

Für den Bau meiner Stinger brauche ich neben Quetschhülsen und Fluorocarbon auch noch passende Drillinge und eine Quetschhülsenzange.

Komponenten

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, suche ich mir zu Beginn erst einmal die zum Bau benötigten Komponenten zusammen:
- Fluorocarbon Vorfach (alternativ Stahl Vorfach)
- passende Quetschhülsen
- Drillinge passend zum ausgewählten Köder
- eine Crimpzange

Habe ich in meiner Tacklebox Jigköpfe und Drillinge gut sortiert, kann ich schnell und flexibel auf das Beißverhalten der Zander reagieren.

Ordnung

Eine gut sortierte Tacklebox bietet hier viele Vorteile, um auf jede Situation am Wasser vorbereitet zu sein. Jigköpfe in unterschiedlichen Grammaturen und Größen, sowie die dazu passende Drillinge, geben uns die Möglichkeit, auf jegliche Veränderungen des Beißverhaltens der Zander schnell und unkompliziert reagieren zu können.

Ich beginne zumeist damit, mir einen Drilling ans Vorfachende zu crimpen.

Schritt 1

Dieser beginnt bei mir immer mit dem Crimpen des gewünschten Drillings, der passend zum ausgewählten Köder sein sollte. Hierbei gilt es lediglich darauf zu achten, dass die Schlaufe zwischen Haken und Hülse nicht zu groß und nicht zu klein ist. Zu kleine Schlaufen neigen insbesondere bei Fluorocarbon Vorfächern zum Knicken und diese Schwachstellen sind absolut unerwünscht. Zu große Schlaufen führen hingegen oft zu Verwicklungen beim Wurf.

Bei der Verwendung von Stahl führe ich das Ende des Vorfachs vor dem Quetschen wieder zurück in die Hülse um ein Auffasern zu vermeiden.

Schritt 1-Sidekick

In diesem Zug, gleich der erste und wichtige Hinweis für den Stingerbau aus Stahlvorfach. Hier führe ich das überstehende Ende des Stahls vor dem Crimpen einmal zurück in die Quetschhülse. Das verhindert das unbeliebte Ausfransen des Materials.

Fluorocarbon muss deutlich gefühlvoller gecrimpt werden als Stahl. Hier müsst ihr vorab etwas experimentieren um das beste Ergebnis zu bekommen.

Schritt 2

Bevor gecrimpt wird, solltet ihr euch unbedingt versichern, dass beide Teile des Vorfaches parallel nebeneinander in der Quetschhülse liegen. Überkreuzung können, speziell bei Fluo, sehr schnell zu Beschädigungen des Materials führen. Beim Crimpen selbst ist Achtsamkeit gefragt. Wer von euch Fluo mit aller Kraft crimpt, wird auf Dauer nicht glücklich mit seinen Stingern. Während ihr bei Stahl Vorfächern ohne Probleme mehr Kraft aufwenden könnt, solltet ihr bei Fluorocarbon eher etwas vorsichtiger agieren. Wer zu fest quetscht, beschädigt sehr schnell das Material. Die Folgen sind Knicke und Schwachstellen.

Jetzt setzte ich den Drilling in den Gummifisch und kann abschätzen, wie lang der Stinger werden muss.

Schritt 3

Hier geht es nun ans Ablängen des Stingers. Ich ziehe jetzt als erstes den entsprechende Jigkopf in den Gummifisch ein, denn nur so lässt sich die perfekte Position des Stinngerdrillings bestimmen. Nun steche ich den Drilling an der gewünschten Stelle in den Gummifisch und kann die Länge des Stingers bestimmen.

Um den Stinger am Jigkopf zu befestigen gibt es mehrere Möglichkeiten. Variante 1: Der Stinger kann direkt ins Hakenöhr des Jigkopfes eingecrimpt werden.

Schritt 4 – Var.1

Im letzten Schritt dürfen eure persönlichen Bedürfnisse eine kleine Rolle mitspielen, denn es gibt mehrere Varianten der Stingerbefestigung. Angler, die sehr häufig dieselben Gewichte und Ködergrößen verwenden, können beispielsweise die Stinger dann direkt in das Öhr des Jigkopfes eincrimpen. Diese Variante bietet den Vorteil, dass der Stinger immer in Kontakt mit dem Jigkopf ist und nicht verrutschen kann.

Die zweite und deutlich flexiblere Variante ist eine kleine Schlaufe zu crimpen, die gerade noch so eben über das Öhr des Jigkopfes geschoben werden kann.

Schritt 4 – Var.2

Variante 2 beinhaltet das Quetschen einer Schlaufe. Diese wird dann über das Jigkopföhr gelegt und durch das einhängen des Snaps so fixiert, dass sie nicht mehr über das Öhr herüberrutschen kann. Auch hierbei solltet ihr darauf achten, dass die Schlaufe keinesfalls zu groß ausfällt. Diese Variante ist die Gängigere und hat den großen Vorteil der Flexibilität. Diese Stinger könnt ihr dann sehr gut in verschiedenen Längen und Größen bereits vor dem Angeln vorbereiten, zudem können die Stinger wesentlich schneller getauscht werden, sollte ein Haken mal stumpf werden.

Habt ihr die passenden Drillinge zu euren Gummifischen und etwas Übung beim Crimpen bekommen, werden sich durch eure neuen Stinger eure Fangergebnisse in der Zukunft deutlich verbessern.

Zum Abschluss dieses kurzen Beitrags sei gesagt, dass es nur wenige, dafür aber sehr wichtige Punkte zu beachten gibt: Passende Hülsen, das richtige Gefühl beim Quetschen und die richtige Länge und Position des Stingers sind entscheidend für den Fangerfolg, vor allem aber für die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit eures Materials. Egal ob bei Stahl oder Fluorocarbon - mit etwas Übung ist der Stingerbau eine einfache aber effektive Möglichkeit, eure Fangerfolge mit ruhigem Gewissen zu verbessern.
Viel Spaß beim Nachbauen und Erfolg beim Ausprobieren

Euer Alexander Kubica

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